Von Rosemary Calimann

Duisburg

Unser Wald wird zugemauert" klagen Duisburger, weil auf einem der letzten Naherholungsgebiete der nordrhein-westfälischen Industriemetropole ein Universitätskomplex entstehen soll. Die aufgebrachte Bevölkerung in den Stadtteilen Neudorf und Duissern, die sich inzwischen zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen hat, fordert eine transparentere Stadtplanung und kritisiert:

  • daß durch den geplanten Universitätsbau ein 30 ha großes Wald- und Grüngelände zerstört wird;
  • daß als Ausgangspunkt für die integrierte Gesamthochschule von Anfang an nur der "Standort Lotharstraße" – ein Terrain nahe der alten Pädagogischen Hochschule – favorisiert wurde;
  • unklar sei, wie viele Studenten 1980 nach Duisburg kommen und
  • daß die Stadt Duisburg beinahe jedes Opfer auf sich genommen hat, um vom Land Nordrhein-Westfalen die Zusage für die Universität zu erhalten.

Die Bürgerinitiative, die in drei Monaten 8000 Unterschriften sammelte, ist Zwar für den Bau einer Universität in Duisburg, will aber mit allen Mitteln eine Änderung der Baupläne durchsetzen. Ihr Ratschlag an die Universitätsplaner: Man möge das Gesamthochschulprojekt dezentralisieren. Im Duisburger Süden, wohin inzwischen auch die S-Bahn fährt, gäbe es genügend Ausweichplätze.

Obwohl der Petitionsausschuß des Düsseldorfer Landtages die Einwände der Bürgerinitiative verworfen hat, sehen die Duisburger keinen Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Sie weisen darauf hin, daß der Klub Raffelberg auf einem Teil der Universitätsbaufläche zu Hause ist. Und dieses Terrain sei bis zum Jahre 2025 unkündbar.

Zwar hat die Stadt Duisburg im Zuge des Enteignungsverfahrens damit begonnen, ein Ersatzgelände für die Tennis- und Hockeyspieler herzurichten. Aber der von der Stadt ins Auge gefaßte Wiesenstandort Ruhraue stößt bei den "Raffelbergern" auf wenig Gegenliebe. Nachdem der Umzug in den Monningwald, ein Gelände, das dem Klub gefällt, am Einspruch des Ruhrsiedlungsverbands scheiterte, richtet sich der Verein auf längere Prozesse ein. Angesichts dieser Kontroverse hat sich das Land Nordrhein-Westfalen bereits eine Vertragsklausel gesichert, nach der es sich an den Erschließungskosten für das Ersatzgelände nur beteiligen will, wenn der Klub umzieht.