Von Günter Haaf

Für Earl Butz ist der Hunger in der Welt nur eine Frage des Nahrungsmittel-Erzeugerpreises: Ist der Preis hoch, haben die Bauern auch genug Anreiz, mehr zu produzieren. Der amerikanische Landwirtschaftsminister, Chef des größten Nahrungsmittelproduzenten der Erde, sieht folglich auch "keine Krise": Schließlich "gab es schon immer hungernde Menschen".

Diese offizielle amerikanische Haltung auf der Welternährungskonferenz der UN-Unterorganisation FAO, die in dieser Woche in Rom zu Ende gegangen ist, klingt für das US-Nachrichtenmagazin Newsweek "ein bißchen so, als würden da Pflüge in Schwerter umgeschmiedet".

Während die Menschheit auf die schwerste Hungerkatastrophe zumindest der letzten Dekaden hinsteuert, entdecken Politiker in den reichen Industrieländern, daß sich auch der Rohstoff Nahrung als Waffe einsetzen läßt. Denn nur die entwickelten Staaten haben das nötige Geld und das technische know-how ‚ um den Teufelskreis des Hungers von Armut über Apathie, sozialer Ungerechtigkeit und Unwissen auf lange Sicht zu durchbrechen.

Wie die Gefahr eines millionenfachen Hungertodes gebannt werden kann, ist seit langem bekannt. Auf der jüngsten Weltkonferenz wurden die zehn Gebote für eine bessere Zukunft der Nahrungsmittelversorgung abermals katalogisiert:

1. Erschließung neuer Anbauflächen,

2. wirksame Geburtenkontrolle,