Botschaft gegen Botschaft

Die bisher in der Moskauer Innenstadt eingepferchte Botschaft der Bundesrepublik kann hoffen, sich demnächst auf den bevorzugten Leninbergen der sowjetischen Metropole repräsentativ entfalten zu können. Anlaß zu dieser Hoffnung bietet ihr die Einigung, die sich über den neuen Standort und die Gebäude der sowjetischen Botschaft in Bonn abzeichnet, die bisher in einem abgetakelten Bau an der südlichsten Peripherie der Bundeshauptstadt untergebracht war. Die neue Botschaft der UdSSR soll auf der Viktorshöhe im vornehmen Bonner Stadtteil Bad Godesberg entstehen, wo der erste Bundespräsident Theodor Heuss einst seinen provisorischen Amtssitz hatte. Nach langem Hin und Her wollen die Stadtväter den Baukomplex genehmigen, der neben Empfangsgebäude und Kanzlei Wohnbauten samt Turnhalle, Schwimmbad, Garagen, Küche, Wäscherei und ein eigenes Transformatorenhaus umfaßt. Durch einen sogenannten Gegenseitigkeitsvertrag waren die Neubauten am Rhein wie an der Moskwa vom Austausch geeigneter Grundstücke abhängig gemacht worden.

Zu große Nachbarn

Nur weil die beiden Nachbarstaaten Indien und China so groß sind, glaubt Burma als einziges asiatisches Land, sich eine Wachstumskontrolle nicht leisten zu dürfen. Präsident Ne Win hat jede Art von Indikation außer in medizinischen Notfällen verboten. Familienplanung wird den 30 Millionen Burmesen nicht gestattet. Man sagt Ne Win nach, er wolle die Bevölkerungszahl seines Landes (so groß wie Texas) bis zur Jahrtausendwende verdoppeln – "aus Gründen der Sicherheit". Dabei hat die Nahrungsmittelproduktion nicht annähernd Schritt gehalten. Während der Geburtenüberschuß 2,4 Prozent jährlich beträgt, steigt die Anbaukapazität nur um knapp ein halbes Prozent. Die Arbeitslosigkeit nimmt gefährlich zu, und der Siedlungsraum wird knapp.

Politik ohne Fleisch

Die britischen Parlamentarier sollen ihre Gürtel enger schnallen und durch persönlichen Fleischverzicht mithelfen, den Hunger in der Welt zu bekämpfen. John Grant, parlamentarischer Staatssekretär im Übersee-Entwicklungsministerium, schlug vor, im Restaurant des Unterhauses einen fleischlosen Tag pro Woche einzuführen. In seinem Vortrag vor der Fabian Society führte der Politiker aus, daß jede solche Drosselung des Fleischkonsums auch zu einer Einschränkung des Verbrauchs an Viehfutter führe. Dieses werde in den Hungergebieten der Dritten Welt dringend benötigt. Die neuen kulinarischen Sparmaßnahmen der Unterhausabgeordneten könnten Schule machen, meinte Grant, und breitere Bevölkerungskreise zur Nachahmung anspornen.