Die Hamburger CDU hat dem SPD/FDP-Senat "Hilfe" bei der Lösung der hanseatischen Finanzprobleme angeboten. Dazu gehört auch die Aufforderung, 49 Prozent der Hamburgischen Landesbank zu privatisieren und den Anteil der Stadt an der Hamburgische Electricitäts-Werke AG – HEW – (heute 75 Prozent) wieder zu verkleinern, also deren Aktien der Öffentlichkeit anzubieten. Natürlich läßt sich über die Versilberung öffentlichen Vermögens reden. Allerdings über die vom CDU-Fraktionsvorsitzenden in der Hamburger Bürgerschaft, Jürgen Echternach, genannten beiden Objekte sicherlich nicht.

Landesbanken erfüllen bis zu einem bestimmten Grade öffentliche Funktionen, außerdem sind sie Teil eines Verbundes, dessen Arbeit nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet sein kann. Und die Aktien der HEW? Hat Herr Echternach einmal auf den Kurszettel gesehen, wieviel diese Papiere heute noch wert sind? Gerade noch 75 Mark je 50 Mark-Aktie. Und es fällt schwer, den Kurs auf dieser Höhe zu halten. Eine Marktverbreitung verträgt die HEW-Aktie nicht. Sie müßte praktisch verschleudert werden.

Denn tatsächlich sind die Hamburgischen Electricitäts-Werke mehr wert, als ihr Kurs an der Börse anzeigt. Er ist so niedrig, weil im letzten Jahr die Dividende vom Senat gegen den Willen des Vorstandes gekürzt worden ist (um die Bevölkerung über die Tariferhöhung zu trösten) und weil in den letzten Jahren durch Entsendung von Belegschaftsmitgliedern in den Aufsichtsrat auf Kosten der Anteilseigner eine Situation geschaffen worden ist, die nahezu alle deutschen Investment-Fonds veranlaßt hat, HEW-Aktien aus ihren Portefeuilles zu entfernen. Wer für die Privatisierung von HEW-Aktien eintritt, muß die Gesellschaft zunächst einmal in den Augen der Anleger wieder attraktiv machen. Hier hat Herr Echternach ein weites Feld ... K. W.