Wird es für Zypern jemals

wieder Tourismus geben? Was wollen

die Türken, was die Zyprioten?

Wer heute von Zypern redet, der redet über Krieg, Tod, Flüchtlinge. Menschen, die nicht mehr in ihren Häusern wohnen können. Auch Europäer freilich, für die Zypern meist nicht mehr als ein Sonnenstrand war, können nicht mehr in "ihren" Häusern wohnen: Für sie ist ein Paradies verschwunden.

Eliminiert. Auf der Landkarte der Touristen und Touristenmacher existiert Zypern nicht mehr. Zwar findet man in den Winterprospekten der Reiseveranstalter wegen früher Drucktermine noch Bilder und Preise über die "göttliche Insel" (Neckermann), aber buchen kann man sie nicht mehr, in den Sommerkatalogen 1975 ist sie weg.

Ist es ein verlorenes Paradies? Wenn es nach den Türken geht, die einen Teil der Insel bei ihrem Handstreich besetzt haben und jetzt "verwalten", geht es auf "ihrem" Gebiet schon im Sommer 1975 wieder los. 80 Prozent der Hotels an den schönsten Stränden in Famagusta und Umgebung sind sozusagen in türkischer Hand: stehen zur Zeit verwahrlost, zum Teil noch mit ungemachten Betten und zerschossen am Strand herum; die ehemaligen Eigentümer leben in Flüchtlingslagern.

Die Türken, dabei, sich mehr und mehr in den "verwalteten Gebieten" zu etablieren, haben inzwischen in Ankara und Kyrenia eine "Türkisch-Zyprische Gesellschaft" zum Wiederaufbau und zur Renovierung der alten Hotels gegründet. Irgendwo, wo wird nicht verraten, wird ein Flugplatz gebaut, auf dem Touristen aus Europa via Ankara eingeflogen werden sollen. Die türkische Fremdenverkehrszentrale weiß von alledem nichts Genaues und verweist Interessenten an eine "Türkische Touristenbank" in Ankara. Bisher hat sich kein Interessent gemeldet.