Wieder einmal hat sich bei der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, München, das System der beiden "kommunizierenden Röhren" bewährt: Während das versicherungstechnische Ergebnis im Geschäftsjahr 1973/74 (30. 6.) von knapp 10 auf fast 29 Millionen Mark hochschnellte, warf das "allgemeine" Geschäft aus Kapitalanlagen trotz kräftig gestiegener Vermögenserträge nur noch einen Gewinn von einer Million Mark (nach 14 Millionen Mark im Vorjahr) ab. Denn die hohen Abschreibungen von 87,6 (nach 34,8) Millionen Mark schluckten einen erheblichen Teil des Mehrertrags; allein 72 Millionen Mark mußten auf Wertpapiere abgeschrieben werden, jeweils etwa die Hälfte auf Festverzinsliche und Aktien.

Unter dem Strich bleibt immer noch ein üppiger Jahresüberschuß von 30 (nach 24) Millionen Mark. Daraus gehen 15 (12) Millionen Mark in die Sonderrücklage für Großschäden; 15,2 (12,3) Millionen Mark erfordert die unverändert 18prozentige Dividende auf das erhöhte gewinnberechtigte eingezahlte Kapital von 84 (im Vorjahr 67) Millionen Mark (Hauptversammlung am 6. Dezember). Auch für das neue Jahr 1974/75 ist, wie Vorstandsvorsitzender Horst K. Jannott vor der Presse versicherte, trotz deutlich abgeschwächter Prämien-Zuwachsraten und eines vermutlich halbierten technischen Überschusses dieser Dividendensatz nicht in Gefahr.

Das Berichtsjahr war seit langem das beste für die Rückversicherung, deren Steueraufwand von 51 auf 64 Millionen Mark kletterte. Jannott mit dem ihm eigenen Understatement: "Wir hatten Glück und auch Erfolg." Glück: Das glänzende technische Ergebnis ist dem Ausbleiben von Katastrophenschäden zu danken. Erfolg: Die Sanierung notleidender Branchen durch Prämienerhöhung hat sich voll ausgewirkt. Alle Branchengruppen schlossen positiv ab; doch wurde die Hälfte des Gewinns aus der Unfall- und Haftpflichtversicherung benötigt, um den Verlust in der Kraftverkehrsbranche abzudecken.