Das Entwicklungshilfe-Steuergesetz – jetzt nur noch Entwicklungsländer-Steuergesetz genannt – soll private Direktinvestitionen steuerbegünstigt in die Dritte Welt lenken. Die deutsche Industrie hat zweifellos viel in der Dritten Welt investiert, freilich aus verständlichen Gründen nur dort, wo es sich für sie gelohnt hat, also in den fortgeschrittenen Entwicklungsländern. Die Steuervergünstigung war ein zusätzlicher Bonus.

Aus diesem Grund ist das Gesetz geändert worden. Zu begrüßen ist, daß in den 26 ärmsten Entwicklungsländern deutsche Investoren neuerdings steuerfreie Rücklagen in Höhe von 100 Prozent der Kapitalkosten einer Anlage bilden können.

Im übrigen aber ist das neue Gesetz eher eine Förderung allgemeiner Auslandsinvestitionen, ein Stück Rohstoffsicherung und nicht zuletzt ein wenig Unterstützung für Ostblock-Kooperationen. Man muß sich fragen, wieso es immer noch "Entwicklungsländer-Steuergesetz" heißt, da doch alle Parteien bei der Verabschiedung kleinlaut zugaben, mit Entwicklungshilfe habe es nicht viel zu tun.hff