Bei mir piept’s. Es piept in meinem Auto, wenn ich schneller als 55 Kilometer fahre, es piept auch, wenn ich auf einer Landstraße die erlaubten 100 überschreite oder auf der Autobahn mein Tempo über 130 steigere. Es piept, um mich zu warnen.

Ursache der Pieperei ist ein zigarettenschachtelgroßes Plastikkästchen, das auf dem Armaturenbrett aufgeklebt ist. Darin befindet sich allerlei Elektronik, und aus ihm hängen zwei Verbindungsschnüre; eine davon habe ich an die Stromversorgung angeschlossen, die andere endet in einem Fühler, der an den Tachometer geklebt wird.

Das ganze nennt sich "Tempo Control", kostet 98 Mark und ist von der ITT hergestellt. "Tempo Control" hat drei Druckschalter, mit denen man wahlweise Warnungen für drei verschiedene Geschwindigkeiten einstellen kann. Die müssen nicht 50,100 und 130 sein. Denn der Fahrer "programmiert" seinen Pieper selbst – was sehr einfach ist. Wenn ich wollte, könnte ich es auch bei 20, 70 und 160 piepen lassen, aber das hat wenig Sinn.

Welchen Sinn hat die Apparatur überhaupt? Weiß nicht jeder Autofahrer ohnehin recht genau, wann er die jeweils gebotene Tempogrenze überschreitet? Gewiß. Aber das Gewissen schlägt meistens nicht sehr laut, jedenfalls meldet es sich bei mir etwas nachdrücklicher als bisher, seit ich von meinem ITT-Kästchen angepiept werde. Wie lange dieser Effekt wirksam ist – wer weiß? Und wie jeder Apparat läßt sich auch dieses Gerät jederzeit abschalten.

Vorerst allerdings tue ich es nicht, weil mir das kleine elektronische Lebewesen im Auto Spaß macht. Thomas v. Randow