Kosmos-Lehrspielzeuge sind seit Jahrzehnten ein Begriff. So mancher berühmte Forscher verdankt seinen ersten Kontakt zu den Naturwissenschaften dem Spiel mit dem "Elektromann", mit dem "Optikus" oder mit dem "Mikromann". In den letzten Jahren wurden Experimentierkästen geschaffen, die durch ihre reichhaltige Ausstattung Jugendlichen und Erwachsenen eine Einarbeitung in bestimmte Gebiete wie Chemie oder Elektronik ermöglichen. In der Überlegung, daß die Freude an naturwissenschaftlichen Dingen im Kind so früh wie möglich geweckt werden sollte, hat der Kosmos.-Verlag sein Lehrspielzeugprogramm nun auch nach unten erweitert, und zwar mit den neuen Serien "Kosmos-Experiment" und "Kosmos-Spiele mit Physik und Chemie", die sich an Kinder von etwa vier bis zehn Jahren wenden.

Das in den Kästen der Serie "Kosmos-Experiment", die in acht Versionen vorliegt, enthaltene Material ermöglicht kleinen Kindern unter Anleitung und Mithilfe der Eltern erste Berührungen mit physikalischen Gegebenheiten. So wird etwa ein Taschenmikroskop oder ein Schaufelboot gebaut, es werden magnetische Gesetzmäßigkeiten mit dem Kasten "Magnetspiele" erforscht, und es wird das Farb- und Formempfinden mit dem Musterzeichner und dem Pantograph geschult. Der Zusammenbau der kleinen Geräte und das Spiel damit fördern die Beobachtungsgabe und das logische Denkvermögen.

Die pädagogische Ausführung der Kasten ist allerdings nicht immer gut geraten. Einen Glanzpunkt stellen die Magnetspiele dar. Mit den unterschiedlich geformten Magneten, den Stahlstäbchen und dem Eisenpulver laßt sich stundenlang spielen, und gleichsam nebenbei lernt das Kind die Eigenschaften der ihm meist noch neuen magnetischen Kraft kennen. Ähnlich gut gelungen ist der Musterzeichner, mit dem sich regelmäßige Figuren zeichnen lassen, die hohen ästhetischen Reiz besitzen.

Weniger empfehlenswert ist der Set "Uhrwerk/Schwingungen". Laut Prospekt "kann unter anderem ein mittelalterliches Uhrwerk mühelos gebaut werden". Es gelang trotz einiger Mühe nicht, dieses Gerät zu ordentlichem Lauf zu bewegen. Auch einige der anderen Kästen erfordern beim Zusammenbau eine derartige Fummelarbeit, daß kleine Kinder, die ja nicht einmal die Anleitung lesen können, ohne tatkräftige Hilfe eines Erwachsenen kaum Erfolg haben. Besonders gilt dies für das Schaufelboot mit Gummimotorantrieb, dessen Spielwert in der Badewanne zwar für alle Altersgruppen unbestritten ist, dessen Zusammenbau. jedoch nur fingerfertigen und geduldigen Naturen gelingt.

Pädagogisch gut gelungen und auch in der Ausführung beispielhaft sind die drei Kästen der Serie "Spiele mit Physik und Chemie", die als stark vereinfachte Vorstufen der Lehrspielzeuge aufzufassen sind.

Sechs einfache elektronische Schaltungen können Kinder ab neun Jahren mit den Teilen des Kastens "Spiele mit Elektronik" aufbauen. Die Verdrahtung ist dank der beigefügten Schablonen narrensicher, und das angewendete Kosmotroniksystem erlaubt zuverlässige Drahtverbindungen ohne Löten. Aus zwei Transistoren, einem Glühlämpchen und einigen weiteren Bauteilen lassen sich unter anderem ein Warnblinker, eine Schaufenstersicherung und ein Füllstandsmesser aufbauen. Alle Schaltungen funktionieren auf Anhieb.

Die möglichen Anwendungen derartiger Geräte werden im Anleitungsheftchen .besprochen. Als Stromquelle dienen drei Mignon-Zellen. Ein kleiner Verbesserungsvorschlag: Nützlich wäre ein Hinweis, daß die beiden Pole der Batterie nicht verbunden werden dürfen.