Et in Arcadia ego – Auch ich in Arkadien: Goethe stellte den alten Satz (und ein in den Quellen nicht vorgesehenes Ausrufezeichen dazu) seiner "Italienischen Reise" voran, jenem Reisebericht und Tagebuch, das im Falle des Weimarflüchtlings das Dokument einer Rettung, eines Neubeginns ist. Für Carl Philipp Fohr, der sich, einundzwanzig Jahre alt, mit dem eigens für den Fußmarsch in den Süden angeschafften Hund Grimsel porträtierte, war Italien die Endstation: 1818 ertrank er beim Baden im Tiber. Fohr war nach Italien gekommen wie viele seiner Generation, seines Metiers, um hier, den beengenden Zuständen in der Heimat entrückt, zu lernen, zu sehen, zu arbeiten. Nach den Kavaliersreisen im 17. und vor den Wissenschaftsreisen im 19. waren die Künstlerreisen im 18. Jahrhundert die entscheidende Variante im deutschen Italienerlebnis. Zwischen 1814 und 1848 sollen sich in und um Rom rund 1200 Künstler aufgehalten haben, die späten Klassizisten ebenso wie die Romantiker (nur Friedrich und Runge blieben im nebligen Norden) und die frühen Realisten. Unter dem Titel "Sehnsucht nach Italien" hatte das Wallraf-Richartz-Museum in Köln 1973 seinem Direktor Horst Keller eine Zeichnungsausstellung als Hommage zum 60. Geburtstag arrangiert. Hella Robeis, die Leiterin des Kupferstichkabinetts am Museum und für das Gelingen der Ausstellung weitgehend verantwortlich, hat jetzt das Thema in einem Bildband behandelt ("Sehnsucht nach Italien – Bilder deutscher Romantiker"; Hirmer Verlag, München, 1974; 106 S., 47 Farb- und 41 Schwarzweißabb., 68,– DM), dessen sorgfältig ausgewählte, hervorragend reproduzierte Abbildungen und kenntnisreicher, aber nicht kenntnisüberladener Text die ser flüchtig schönsten Blüte deutscher Kunst auf das beste gerecht werden.

Petra Kipphoff