Harald Steffahn: "Du aber folge mir nach." Die gebieterische Aufforderung Jesu am See Genezareth: "Du aber folge mir nach" hat Schweitzer noch nach fast 2000 Jahren als persönlichen Ruf verstanden und dafür eine theologische und künstlerische Doppelkarriere aufgegeben. Am 14. Januar 1975 würde er 100 Jahre alt. Harald Steffahn hatte ihn in seiner späten Lebensphase zweimal in Lambarene besucht. Die Begegnung, die Reportage, ist in die Schilderung seines Lebensganges eingebaut. Der Weg führt vom oberelsässischen Pfarrhaus nach Straßburg und nach Afrika, von den Jahren in der Stille zu Ruhm und Bürde. Viel Raum ist dem ethischen Denker gewidmet, gerade weil er, vor der Bilderbuch-Kulisse des "Urwalddoktors", weithin unbekannt blieb. Das Bleibende seiner Theologie und Philosophie wird herausgearbeitet, wobei der Autor zugleich Schweitzers aufklärerisches Erbe kritisch untersucht. Durch persönlichen Verzicht erhalten Schweitzers Leben und Werk besondere. Glaubwürdigkeit. Diese absolute Integrität bewirkt, daß der Humanist seit 1949 ununterbrochen an der Spitze der am höchsten geachteten Vorbilder steht. (Albert Schweitzers Werk und Wirkung. Verlag Paul Haupt, Bern/Stuttgart, 1974; 261 S., 31 Photos, 34,80 DM.)