Heute ist es Südafrika, das von den Beratungen und Abstimmungen der UN-Vollversammlung ausgeschlossen wird; morgen wird es vielleicht Israel sein, dessen Rederecht bereits eingeschränkt wurde. Wer macht sich übermorgen mißliebig?

Wir haben niemals zu den Befürwortern der Apartheidspolitik des weißen Minderheitenregimes in Südafrika gehört. Aber wir sind stets für die Universalität der Vereinten Nationen eingetreten. Was der Mehrheitsblock der jungen Staaten derzeit bei den Vereinten Nationen mit Gewalt durchsetzt, degradiert die Weltorganisation zu einem drittklassigen Debattierklub drittklassiger Mächte. Allein der Druck der Masse scheint es noch zu sein, der zählt. Für Diskussionen gerade mit dem Gegner bleibt kein Raum und keine Toleranz mehr.

Im Drang, sich als Antiimperialist, Antikolonialist und Antirassist zu profilieren, hat der gegenwärtige Präsident der UN-Vollversammlung, der algerische Außenminister Bouteflika, der Welt und dem Weltforum einen schlechten Dienst erwiesen: Er hat der Willkür, die er angeblich so sehr bekämpft, Tür und Tor geöffnet. So waren die Vereinten Nationen wahrhaftig nicht gedacht. Vy.