Zweifachen Ärger haben die Kölner Ford-Werke den deutschen Konkurrenten gemacht. Sie verdoppelten – besorgt um ihr angeschlagenes Marken-Image – die Garantie für Neuwagen. Und waren mit diesem Schachzug auch noch unfreiwilliger Urheber eines Briefes, den das Kartellamt den Wettbewerbern schrieb.

Darin steht sinngemäß: Sehr geehrte Herren, der Umstand, daß Sie alle dem Schritt von Ford nicht gefolgt sind, läßt uns vermuten, daß Sie gemeinsam eine marktbeherrschende Stellung mißbrauchen. Maßlos stolz scheint jedoch das Amt auf diesen Schrieb nicht zu sein. Pressemann Schlegel räumte ein, man habe sich da "ein wenig gekümmert, aber noch nichts abgeschlossen".

Wohin die Idee der Kartellwächter auch führt, Zum ersten hatte die Behörde im Clinch mit dem VW-Werk schon einmal Gelegenheit festzustellen, daß es trotz aller Oligopol-Arithmetik schwer fällt, gerade auf dem Automarkt wettbewerbsfeindliche Strukturen nachzuweisen. Zum zweiten sollten die Herren erwägen: Im Fall Ford handelt es sich schließlich um klassisches .Wettbewerbsverhalten. Dem potentiellen Kunden wird ein Vorteil geboten, den er andernorts nicht findet. Wenn nun die andern zum, Nachziehen gezwungen werden, wird die Wirkung des werbenden Vorstoßes zunichte gemacht. Denn das alte Leistungsgefüge würde durch höhere Gewalt wiederhergestellt, damit festgeschrieben. Darum würde jeder Anbieter von vornherein auf Einfälle verzichten und sich die Leistungsverbesserung, die nichts bringt, sparen.

Es läßt sich ohnehin darüber streiten, ob sich das Kartellamt als unmittelbare Verbraucher-Instanz verstehen darf. Was aber dieser Brief dem Verbraucher bringt, bleibt im dunkeln. rf