Am Rentenmarkt steigen die Kurse. Der erste Zehnprozenter hat die Pari-Grenze erreicht. Beschleunigt worden ist der Marsch in die festverzinslichen Papiere durch ein Exposé der Commerzbank, die zu dem Schluß kommt, daß der extrem hohe Finanzierungs-Bedarf der Öffentlichen Hand zu keinem Zinsanstieg zu führen braucht, ja daß seine Deckung sogar bei sinkenden Zinsen möglich ist. Die Commerzbank verweist dabei sowohl auf die hohen Termineinlagen, die sich rasch für den Rentenmarkt mobilisieren lassen, als auch auf die geringere Nachfrage nach Wohnungsbaumitteln.

Die steigenden Rentenkurse tragen zur Stabilität des Aktienmarktes bei. Ausländer kaufen weiterhin Hoechst, Schering, Mannesmann, Daimler, Siemens, Deutsche Bank und Dresdner Bank. Die deutschen Fonds kümmern sich mehr um die erstklassigen Spezialwerte, neuerdings auch um Versorgungs-Aktien. Denn die Zinssenkung wird bei den Stromerzeugern zu einer wesentlichen Kostenentlastung führen. Spekulativ werden Bau-Aktien interessant, weil die Baugesellschaften die ersten sein werden, die vom öffentlichen Milliardensegen etwas zu spüren bekommen, mit dem zur Konjunkturankurbelung zu rechnen ist. Da in der gegenwärtigen Durststrecke viele Unternehmen der Branche die Waffen strecken mußten, werden die großen Baugesellschaften um so besser beschäftigt sein. Außerdem haben die großen deutschen Unternehmen auch im Ausland gute Chancen. K. W.