Von Ralf Horn

Trotz der zunehmenden Zahl von Psychologen, die in Erziehungsberatungsstellen, Kliniken, Betrieben und an Schulen arbeiten, sind die Grundlagen dieser Wissenschaft weitgehend unbekannt. Einfachste Informationen, etwa über die Entwicklung der Kinder, die Auswirkungen bestimmter Verhaltensweisen der Eltern auf das Kind und die Beziehungen zwischen späteren Verhaltensstörungen und früheren Erfahrungen gehören trotz ihrer unbestrittenen Bedeutung nicht zum gesicherten Wissen derer, die es am meisten angeht, der Eltern.

Zwischen dem Angebot an allgemeinverständlichen Büchern über Psychologie und der Nachfrage bestand bis vor kurzem noch eine Lücke, die jetzt durch die Anstrengungen einiger Verlage geschlossen wird.

Die bislang publizierten Bücher lassen sich in drei Grundtypen einteilen: 1. allgemeine Einführungen; 2. "Ratgeber" im weiteren Sinn; 3. speziellere Themen in allgemeiner Form.

Bevor auf einzelne Bücher, die stellvertretend für die verschiedenen Typen stehen, eingegangen werden kann, ist es notwendig, die Motivation der Leser mit zu berücksichtigen. Die allgemeinen Einführungen in die Psychologie, aber auch die spezielleren Themen sind am ehesten anderen Sachbüchern zu vergleichen und werden wohl aus ähnlichen Gründen gelesen. Wesentlich problematischer sind die "Ratgeber". Im Gegensatz zu entsprechenden Büchern aus dem Bereich der Medizin werden nicht nur Ratschläge zu besserer Lebensführung gegeben, sondern es wird auch der Anspruch erhoben, die "Persönlichkeit" des Lesers zu erfassen. Es ist verlockend, etwas darüber zu erfahren, wie man selbst "ist"; aber was passiert, – wenn ein sehr negatives Persönlichkeitsbild entsteht?

Es ist sicher kein Zufall, daß die Kategorie der "Ratgeber" unter den vorliegenden Büchern am stärksten vertreten ist. Dazu gehören –

Peter Lauster: "Der Persönlichkeitstest"; C. Bertelsmann Verlag, München, 1974; 160 S., 16,80 DM;