Nachdem die UN-Vollversammlung mit 112 zu 3 Stimmen, bei 28 Enthaltungen, den Ausschluß Israels beschlossen hatte – der Bonner Delegierte entschuldigte sich für seine Stimmenthaltung bei den arabischen Staaten mit unseren "besonderen Beziehungen" zum jüdischen Staat –, kam es zu einem Zwischenfall. Es geschah, als der israelische Delegierte ein paar Abschiedsworte sprechen wollte. Dies wurde ihm von Präsident Bouteflika verweigert, da Abschiedsreden in der UN-Satzung nicht vorgesehen sind. Als es so schien, als wolle der Israeli dennoch etwas sagen, fielen aus den Reihen der arabischen Delegationen mehrere ungezielte Schüsse, von denen sich die ägyptische, tunesische und libanesische Delegation distanzierte, nachdem der tödlich verletzte israelische Delegierte hinausgetragen worden war.

Als nun der Delegierte Luxemburgs eine Untersuchung des Vorfalls forderte, beantragte der Delegierte Ugandas, Luxemburg wegen dieser "zynisch-zionistischen Provokation im Dienste des Neo-Kolonialismus" ebenfalls aus den Vereinten Nationen auszuschließen. In der anschließenden Debatte erklärte der britische Vertreter, er würde den Ausschluß Luxemburgs bedauern, und der französische Vertreter, sein Land sei weiterhin zu jeder konstruktiven Mitarbeit bereit. Als der Ausschluß Luxemburgs durch Handzeichen zur beschlossenen Sache erhoben war, wollte der Vertreter des Großherzogs noch ein paar Worte mit dem Vertreter Belgiens wechseln, doch wurde er vom Präsidenten des Saales verwiesen.

Das Wort erhielt nun der PLO-Delegierte. Dieser protestierte in heftiger Form dagegen, daß der bundesdeutsche Vertreter seinem luxemburgischen Kollegen noch freundlich zugewinkt habe. Von Wechmar entschuldigte sich mit dem Hinweis, er sei der Patenonkel der Kinder des luxemburgischen Delegierten; es habe sich also um eine rein private Geste gehandelt. Als der PLO-Vertreter daraufhin den japanischen Delegierten scharf ansah und ihm vorwarf, dem luxemburgischen Delegierten einen bedauernden Blick nachgeworfen zu haben, eilte der Japaner zu dem PLO-Vertreter, küßte ihm die Hand und erklärte, er bedaure nur, daß ein Land wie Luxemburg überhaupt UN-Mitglied hatte werden können.

Inzwischen war es am Saalausgang zu einem Handgemenge gekommen. Unbekannte Terroristen versuchten, den Vertreter Luxemburgs in Geiselhaft zu nehmen, und drohten, ihn zu töten, wenn die Vollversammlung Israel nicht einstimmig zur sofortigen Übergabe der Staatsgewalt an die PLO auffordere.

Als es der Geisel, einem ehemaligen Fliegengewichtsmeister gelang, sich mit wohlgezielten Haken den Weg ins Freie zu erzwingen, verschaffte sich der PLO-Vertreter durch mehrere Schüsse Gehör und wies auf die Brutalität hin, mit der sich der Vertreter Luxemburgs gegen Mitglieder der Befreiungsfront zu Wehr gesetzt habe. Er stellte den Antrag, die UN sollte gegen Luxemburg militärische Sanktionen ergreifen und bekräftigte seine Worte, indem er, scheinbar absichtslos, mit einem Ölzweig fächelte. Trotzdem legten die Vereinigten Staaten gegen diesen Antrag ihr Veto ein. Schließlich wurde, mit knapper Mehrheit ein Kompromiß-Antrag Frankreichs angenommen, der einer moralischen Verurteilung Luxemburgs gleichkam.

Als sich der amerikanische Vertreter nach Schluß der Debatte erhob, sah er sich plötzlich von mehreren arabischen Delegierten umringt. Sie zeigten ihm auf ihren Burnussen einige frische Blutflecken, und fragten, ob Amerika bereit sei, diese Blutschuld zu übernehmen. Als der amerikanische Delegierte einen Augenblick zögerte, beschloß das Plenum einstimmig (bei 57 Enthaltungen), Amerika habe seinen Sitz im Sicherheitsrat für die PLO zu räumen.