"Die Antwort kennt nur der Wind" von Alfred Vohrer

Simmel international: Im teuersten deutschen Film des Jahres spielen immerhin Marthe Keller, Raymond Pellegrin und der gräßlich indisponierte Maurice Ronet. Vielleicht unter dem Einfluß seiner Stars hat Vohrer diesmal seine schlimmsten Mätzchen unterlassen, und so ist dies der erste Simmel-Film, bei dem einem nicht nach fünf Minuten die Augen weh tun: brav, bieder und ziemlich steril zwar, aber einigermaßen erträglich. In einigen Szenen zeigt Vohrer sogar, daß er früher einmal ein sehr begabter Handwerker war. Hans C. Blumenberg

"Jimi Hendrix" von Joe Boyd, John Head und Gary Weis

Chronologisch, ohne anekdotisches Gewäsch und bar jeder unkritischen Legendenverklärung seziert diese Dokumentation aus den Hendrix-Festival-Auftritten Monterey, Woodstock, Berkeley, Isle of Wight und aus Interviews mit seinem Vater, seinen Freunden, exotischen Groupies, Talkmaster Dick Cavett und den Pop-Größen Townshend, Clapton und Loureed den Mythos des bedeutendsten aller Rodegitarristen und beweist die Qualität seiner fiebrig-exzessiven Musik. Der beste Musikfilm seit Pennebakers Dylan-Porträt "Don’t Look Back".

Burkhard Bütow

"Die Rivalin" von Larry Peerce

Erst sieht Liz Taylor aus wie eine häßliche alte Vettel, dann läßt sie sich litten und sieht aus wie Liz Taylor. Solcherart verwandelt, begegnet die schönste Frau der Welt in Cortina dem schönsten Mann Mitteleuropas: Helmut Berger spielt einen feschen Gigolo, der die dankbare Liz kultiviert verwöhnt, Diskret zieht sich die erwachsene Tochter zurück, und Henry Fonda läßt sich scheiden. Dieses herbe Frauenschicksal im Stil der gehobenen Regenbogenpresse hätte vermutlich nicht einmal Douglas Kirk vor geradezu physisch quälender Peinlichkeit bewahren können. Immerhin erlebt man das monströseste Kinopaar der letzten Jahre: In endlosen Großaufnahmen glotzen sich Liz und Helmut romantisch an. Hans C. Blumenberg