Mit Staatsgeldern sollen neue Unternehmen ins Emsland gelockt werden

Junge Arbeitskräfte auf Jahre hinaus", "die junge Energie", "eine moderne Infrastruktur", "europazentral plaziert". Nicht für München, Hamburg oder Köln, sondern für das Emsland wirbt die Emsland GmbH in Meppen mit solchen Slogans um ansiedlungswillige Firmen. Denn investitionsfreudige Unternehmer kamen bislang nur zögernd in den "fußkranken" Wirtschaftsraum. Die jungen Emsländer mußten sich anderswo Arbeitsplätze suchen: im Ruhrgebiet, in Süddeutschland, in Hamburg.

Um eine weitere Abwanderung aus dem industriearmen Raum zu verhindern, visierte der niedersächsische Ministerpräsident Kubel im "Landesentwicklungsprogramm 1985" eine bessere Zukunft für den "Entwicklungsraum Emsland" an. Doch um die Zahl der Arbeitsplätze streiten sich Emsländer und Kubels Planungsstäbler.

Im fernen Hannover war man nämlich davon ausgegangen, daß 33 000 zumeist junge Emsländer in anderen Regionen Arbeit suchen würden. Jeder zusätzliche Arbeitsplatz aber animiert einen Abwanderungswilligen zum Bleiben. Vorausgesetzt die Industrie kommt.

Die Industrie freilich bleibt oft genug am alten Ort, auch wenn dort der Platz eng geworden ist. Zum Beispiel beschäftigt in Kölns nördlichstem Vorort Worringen seit 1957 die Erdölchemie GmbH (EC) 2700 Menschen. Eine weitere Ausdehnung der investitionsfreudigen Firma ist für das nächste Jahr geplant. Für eine Milliarde Mark sollen 500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Konzentration und Wachstum in Ballungsgebieten oder Abwanderung in industriearme Regionen – diesen Konflikt will das Bundesraumordnungsprogramm bis 1985 lösen. Für den Kölner Raum heißt es im Planungschinesisch: "Einem weiteren Bevölkerungswachstum und einer weiteren Arbeitsplatzzunahme, durch die die Qualität der Lebensbedingungen nachhaltig beeinträchtigt würde, soll entgegengewirkt werden."

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