Woher kommt die starke Verbundenheit Ihrer Figuren mit der Natur, etwa des Wolodja?

KORINETZ: "Wolodjas Brüder" ist ein pantheistisches Buch. Ich liebe die Natur. Dieser kleine Wolodja ist ein kleiner Gott, ein junger Gott der Natur.

Sind wir in der heutigen technokratischen Welt nicht viel zu sehr der Natur entfremdet, als daß wir, vor allem die Kinder, einen solchen jungen Gott noch begreifen und schätzen könnten?

KORINETZ: Ich weiß nicht, wie Kinder hier zu dem Buch stehen werden. Unser Land aber ist noch groß, wir haben noch viele Wälder und kleine Dörfer. Ich bin selber in der Stadt geboren, habe mein ganzes Leben in der Stadt verbracht – darum wohl liebe ich besonders die Natur. Das Buch soll ja auch ein Beitrag sein, ein Aufruf, etwas gegen die zunehmende Umweltverschmutzung, die Zerstörung der Natur zu tun.

Haben Kinder, eigene oder fremde, bei Ihnen einen Kontakt zum Prozeß des Bücherschreibens?

KORINETZ: Ja. Während viele andere Schriftsteller am liebsten einen Vorhang vor dem Fenster und vor der Tür haben oder in irgendeine Einsamkeit fliehen, muß ich Geräusche um mich haben. Meine Kinder – sieben und neun – spielen und lärmen nebenan, das stört mich nicht, und außerdem höre ich gern Musik beim Schreiben, Peter Alexander oder auch Jazz. Wenn ich klassische Musik höre, kann ich nicht schreiben.

Für wen schreiben Sie Kinderbücher?