Der Deutsche Beamtenbund (DBB) tritt Versuchen entgegen, die Ergebnisse der Umfrage als Hinweis auf angebliche Widersprüche zwischen den Besoldungsforderungen des DBB und den Absichten der Beamten zu werten.

41 Prozent der Beamten teilen nach der Umfrage die Ansicht, Einkommensverbesserungen um mehr als 10 Prozent seien übertrieben und bei der augenblicklichen Wirtschaftslage nicht vertretbar. Der DBB stellt fest, daß diese von einer relativ starken Minderheit der Beamten vertretene Ansicht in seinen Ende Oktober beschlossenen Besoldungsforderungen angemessen und ausdrücklich berücksichtigt ist. Der Bundeshauptvorstand des DBB hatte in Verbindung mit seinen Besoldungsbeschlüssen nämlich nachdrücklich die Bereitschaft unterstrichen, "im Rahmen eines abgestimmten Gesamtverhaltens aller gesellschaftlichen Gruppen seinen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität zu leisten".

Damit sind alle Versuche abwegig, aus den Umfrageergebnissen auf angebliche Widersprüche zwischen den Forderungen des DBB und den Ansichten der Beamten zu schließen. Der DBB wertet die Ergebnisse vielmehr als eindeutige empirische Belege dafür, daß die Beamten an ihrem Rechtsanspruch auf Anpassung der Bezüge an die durchschnittliche allgemeine Einkommensentwicklung nicht rütteln lassen.

Nach der Umfrage stimmten sie zu 67 Prozent der Auffassung zu, daß geringere Gehaltssteigerungen als in der freien Wirtschaft auch unter Berücksichtigung der Arbeitsplatzsicherheit im öffentlichen Dienst nicht gerechtfertigt sind. Daß 64 Prozent der Beamten bereit sind, mehr als andere Arbeitnehmer auf das Gemeinwohl Rücksicht zu nehmen, macht nach Meinung des DBB deutlich, daß die Bereitschaft zu einem Stabilitätsbeitrag von der politischen Führung nicht zu einem einseitigen Stabilitätsopfer derBeamten mißbraucht werden darf.

Der mit der Umfrage ermittelte starke Anteil derjenigen, die glauben, daß die Gewerkschaften zuviel Einfluß auf die Politik haben, kann nach Meinung des DBB keineswegs auf die unmittelbaren interessenpolitischen Aktivitäten der Gewerkschaften bezogen werden. Dieses Umfrageergebnis wird vom DBB vielmehr als Absage an die Versuche anderer Gewerkschaften gewertet, die Interessenvertretung ohne entsprechendes Mandat auf allgemeinpolitische und vor allem gesellschaftspolitische Bereiche auszudehnen.

Dieter Fengels, Deutscher Beamtenbund

Die Beamten fordern 10,7 Prozent, die Metallarbeiter haben ihre 13,3 Prozent bereits sicher in der Tasche. Wenn der Beamte jährlich 2,5 Prozent weniger Gehaltserhöhung erwarten darf als der Metallarbeiter, werden viele von uns den Tag erleben, an dem die Putzfrau in der Metallindustrie mehr verdient als der Regierungsdirektor beim Staat.