"Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123" von Joseph Sargent

Ein vierköpfiges Gangster-Kommando entführt eine vollbesetzte New Yorker U-Bahn und erpreßt die Stadt um eine Million Dollar. Die parallelen Handlungsabläufe: Entführung, Forderung, Beschaffung und Übergabe des Lösegeldes, Querelen unter Polizisten und Gangstern, die Panik der Geiseln und schließlich die erfolgreiche Fahndung, all das hat Sargent, bislang ein blasser Action-Routinier, zu einer realistischen, schnellen und präzisen Action-Collage voller ironischer Seitenhiebe auf die vertrottelte New Yorker Stadtverwaltung verknüpft. Sehenswert. Burkhard Bütow

Dreimal David Wark Griffith im Fernsehen

Seine Filme ansehen heißt, die Entstehung des Films als seiner selbst bewußtes Medium erleben, die Geburt des Kinos aus dem Geiste der Poesie und des Melodrams, des Patriotismus und der Gefühligkeit. Griffith (1875–1958), oft als erzkonservativ und naiv-illusionistisch gerügt, hat die Syntax des Films entwickelt mit seinem virtuosen Schnitt, dem rhythmischen Duktus, mit,seinen berühmten Simultan-Montagen, Rückblenden, Kamerafahrten, Groß- und Detailaufnahmen. "America" (1924, Bayern III 7.12.) schildert Episoden aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, "Isn’t Life Wonderful?" (1924, Hessen III 8.12.) führt echtes Berliner "Milljöh" aus der Inflation der zwanziger Jahre vor, und "Intolerance" (1916, Nord III 7. 12.), der erste Monumentalfilm, variiert das Titelthema in vier Episoden: dem Fall Babylons, der Passion Christi, der Pariser Bartholomäusnacht und in einem Arbeitskampf aus Griffith’ Gegenwart. Dreimal Griffith, drei Pflichtstücke, zum wievieltenmal es auch sei. Eisenstein: "Ich verdanke ihm alles."

Wolf Donner

"Borsalino & Co." von Jacques Deray

Dieser Film ist die Fortsetzung der affigen Beimondo-Delon-Personality-Show "Borsalino" von 1969. Diesmal bekämpfen sich Delon und seine smarten, nostalgisch gewandeten Killer mit einem zwergwüchsigen faschistischen Supergangster im Marseille der dreißiger Jahre. Der Film endet mit einem der brutalsten und ekelhaftesten Morde der Kinogeschichte: Delon verheizt seinen Rivalen bei lebendigem Leib im Kessel einer Lokomotive. Abstoßender Sadismus im Boutiquenlook.