Rührige einheimische Konkurrenz und Exotenfurcht der Deutschen machen Nippons Autoverkäufern bei uns das Leben schwer. Toyota, Datsun (Nissan), Honda und Mazda verkauften in den ersten neun Monaten 1974 in der Bundesrepublik zusammen rund 17 000 Autos – knapp 1,3 Prozent des Marktes. Während Datsun seine Zahlen gegenüber dem Vorjahr steigern konnte, mußte vor allem Toyota Federn lassen.

Der neue 1000 soll helfen, den Trend wieder umzukehren. Die Chancen hierfür stehen auf den ersten Blick nicht schlecht. Der Toyota 1000 gehört in die Kompaktklasse, in der die höchsten Verkaufszahlen erzielt werden. Seine Ausstattung ist vollständig – unter anderem Gürtelreifen und Scheibenbremsen vorn, Liegesitze und Kopfstützen, sogar Wärmeschutzglas und serienmäßiges Radio. Der Preis aber liegt noch unter einheimischen Karg-Modellen: 7390 Mark.

Toyota zeichnet sich seit jeher durch solide, wenngleich etwas hausbackene Modelle aus. Dies gilt auch für den 1000, dessen konventionelle Stufenheckform nicht den stilistischen Pfiff eines Datsun Cherry oder gar eines Audi 50 bringt, und die auch nur durchschnittliche Raumausnutzung erreicht: Im Fond des 370 cm langen Japaners geht es enger zu als sonst in der Kompaktklasse. Auch 250 Liter Kofferraum sind bescheiden.

Doch fehlendem äußeren Appeal setzt Toyota innere Werte entgegen: leise, kräftige, sparsame Motoren, hervorragend zu schaltende Getriebe, leichte, einfache Bedienung. Mit seinen 45 PS geht der 1000 gut 140 km/st Spitze und in 16,9 Sekunden auf Tempo 100, das sind für die Größen- und Preisklasse sehr lebhafte Werte. Die Mechanik ist außerordentlich einfach und robust – ein Jahr oder 20 000 km Garantie sind nur ein Indiz auf langes problemloses Leben.

Etwas zurück vor allem gegenüber der Frontantriebskonkurrenz steht das einfache Fahrwerk des 1000: Hinterradantrieb, starre Achse mit Blattfederung. Die Federn sind hart, dazu mangelt es der Kugelumlauflenkung an Präzision. Mit rund 500 Werkstätten ist auch für den Service inzwischen gesorgt, zumindest an größeren Orten. St. W.