Apartes Alibi-Aroma

Wer aber nur nach Passau kommt, um Passau zu sehen, der ist an keine Jahreszeit gebunden. Die Stadt ist immer präsent, und in ihr läßt es sich jederzeit gut und billig leben. Sehr bekömmlich ist der Bärwurz, der Leib- und Magenschnaps dieser Gegend. Zumindest hat er ein apartes Alibi-Aroma: Sellerie. Sonstige Spezialitäten? Die so kernig klingende "Niederbayerische Bratwurstsuppe" schmeckt fast nach gar nichts. Der sogenannte Donau-Zander kommt wahrscheinlich gottlob nicht aus der schönen grauen Donau, wie die Kellnerin behauptet, sondern, wie der Koch versichert, tiefgekühlt aus Hamburg.

Arglos plaudert auch der "Schlemmeratlas" über das Hotel Zur Laube und seinen "herrlichen Blick über den Donaustrom, der auch die frischen Produkte für die ausgezeichneten Fischspezialitäten liefert".

Gegen den "herrlichen Blick" jedoch ist nichts zu sagen. Denn wie das Hotel Schloß Ort, das Gasthaus Zum Hirschen und einige Pensionen liegt auch die "Laube" im äußersten Landspitz an einem unbeachteten, nirgendwo erwähnten, zauberhaft intimen Platz, der eigentlich noch viel schöner ist als der vielgerühmte Residenzplatz. Der Grundriß ist dreieckig, in der Mitte steht unter einem Baum der heilige Nepomuk. Links und rechts hinaus blickt man wie von Bord eines Schiffes auf Inn und Donau, auf Burg- und Klosterhügel, und die Hauskanten zu beiden Seiten machen die Szenen zu vollkommenen Gemäldelandschaften.

Der Platz heißt kurz und bündig "Ort". Vielleicht bedeutet das: Zufluchtsort, Ort schlechthin, Ort aller Orte, heiliger Ort. Zumindest ist es ein idealer Urlaubs-Ort.

Informationen: Fremdenverkehrsverein Passau, 839 Passau, Nibelungenhalle, Telephon (08 51) 5 14 08; Fremdenverkehrsverband Ostbayern, 84 Regensburg, Richard-Wagner-Straße 10, Telephon (09 41) 5 71 86.