Am Freitag will Erzbischof Makarios, der am 15. Juli durch einen Putsch als Präsident der Inselrepublik Zypern gestürzt wurde, nach Nikosia zurückkehren. Nach Angaben der regierungsnahen Athener Zeitung Kathimerini soll es sich dabei zunächst nur um einen fünftätigen Besuch handeln.

Makarios, der in Athen mit allen für einen Staatschef vorgesehenen Ehren empfangen wurde, traf sich am Wochenende in der griechischen Hauptstadt mit Ministerpräsident Karamanlis und dem amtierenden zypriotischen Präsidenten Glafkos Klerides.

Die Athener Gesprächsrunde konzentrierte sich auf die Ausarbeitung einer gemeinsamen Linie für die bevorstehenden Verhandlungen mit der türkischen Seite über die Zukunft des Inselstaates. Einzelheiten über das weitere Vorgehen wurden indes nicht bekanntgegeben. Im Rahmen der neuen Richtlinien, so hieß es im Schlußkommuniqué, bekam Klerides "detaillierte schriftliche Instruktionen" zur Aufnahme von "Verhandlungen über den Kern des Zypernproblems".

Das bedeutet eine Stärkung der Position von Klerides. Vor kurzem hatte er in London erklärt, er wolle nicht länger mit Rauf Denktasch, dem Führer der Inseltürken, verhandeln, wenn nicht zwischen ihm sowie Makarios und der Athener Regierung ein gemeinsames Verhandlungsziel schriftlich festgelegt werde. Er sei nicht länger bereit, Instruktionen entgegenzunehmen, wenn nachher diejenigen, die sie erteilt hätten, öffentlich einen anderen Standpunkt verträten. Die darin enthaltene Kritik an Erzbischof Makarios und dessen Blockierungsversuchen war unüberhörbar.

Offen bleibt, inwieweit die bisher im griechischen Lager bestehenden Meinungsverschiedenheiten durch die neue "gemeinsame Linie" ausgebügelt werdenkonnten. Klerides will den Inseltürken im Sinne einer "realistischen" Lösung das Recht auf Kontrolle eines eigenen, geographisch abgegrenzten Territoriums gewähren. Das Ausmaß der türkischen Zone und die Kompetenzordnung im neuen, zweigeteilten zypriotischen Staat müßten dann Gegenstand weiterer Verhandlungen sein.

Makarios dagegen, der in Athen beteuerte, er halte auch für die türkische Volksgruppe einen Olivenzweig bereit, möchte bloß einen multikantonalen Zypernstatus akzeptieren und auch das nur unter der Bedingung, daß es zu keinerlei Zwangsumsiedlungen kommt. Die Schaffung einer geographisch untermauerten, nur aus zwei Kantonen bestehenden Föderation Zypern lehnt Makarios nach wie vor ab. Karamanlis schließlich scheint die Verantwortung möglichst auf die Inselgriechen abschieben und jede Regelung, die ihnen recht ist, unterschreiben zu wollen.