Erst nach den Landtagswahlen in Hessen war man in Frankfurt bereit, offen über das Ausmaß der Finanzhilfe für die Hessische Landesbank-Girozentrale (Helaba) zu sprechen. Die Gewährsträger der Helaba, das Land Hessen und der Hessische Sparkassen- und Giroverband müssen tief in die Tasche greifen, um dem Staatsinstitut für 1974 die Möglichkeit zu einer ausgeglichenen Bilanz zu geben. Die Hessische Landesbank braucht nach risikoreichen Kreditengagements eine Finanzspritze von knapp 1,4 Milliarden Mark. Das ist die größte Stützungsaktion, die nach dem Kriege für ein deutsches Kreditinstitut in die Wege geleitet werden mußte.

Der Sparkassenverband hat die Bereitstellung von 690 Millionen Mark zugesagt. Das ist nur über eine Solidaritätsaktion aller deutschen Sparkassen möglich. Wie das Land Hessen seinen Beitrag finanzieren wird, ist noch offen. Heftige Debatten sind zu erwarten.

Damit die Helaba nicht zum zweitenmal zum Wahlkampfthema wird, ist eine Entpolitisierung ihrer Organe geplant. Der Anfang ist mit der Bestellung von Heinz Sippel, bisher Vorstandsmitglied der Westdeutschen Landesbank, zum Präsidenten der Helaba gemacht worden. Weitere Veränderungen im Vorstand stehen bevor. Sippel muß nicht nur die Helaba sanieren, sondern auch ihr im In- und Ausland schwer angeschlagenes Image wieder polieren. K. W.