nicht zu mächtig geworden sind, ist on Heim Hauenschild und Herrn Benz die Antwort gegeben worden: Sie sind für die Aufgaben, die vor uns liegen, möglicherweise gar nicht machtig ge nug. Eines der Themen, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen, ist die Tarifautonomie. Professor Dahrendorf wollte die deutschen Teilnehmer der Diskussion und vor allem die Vertreter der deutschen Gewerkschaften provozieren, indem er dazu aufforderte, über die Berechtigung der Tarifautonomie unter den Bedingungen des Null Wachstums nachzudenken. Aber was könnte an ihre Stelle treten?

Herr Benz hat klar gesagt: Konzertierte Aktion, das reicht uns nicht. Es müßte einen weit darüber hinausgehenden Informationsaustausch geben. Aber bedeutet dies nicht letzten Endes doch, daß es keine Antwort auf die Frage nach dem Ersatz für die Tarif autonomie gibt? Denn die Forderung nach nationaler und mehr noch nach übernationaler Information über Investitionspläne ist doch praktisch unerfüllbar. Zumindest wird die Lösung verschoben in die ferne Zukunft. Aber die Verteilungsprobleme müssen schon 1975 und 1976 gelöst werden. Gibt es denn, in den Gewerkschaften selber Vorstellungen, wie denn nun Tarifpolitik gemacht werden soll in einer Zeit, in der wahrscheinlich das reale Wachstum nur zwischen zwei und drei Prozent liegen wird?

absehbarer Zeit nichts ändern. Ich könnte mir keine objektive Spielregel vorstellen, die die Tarifverhandlung und den Lohnkonflikt überflüssig machte. Natürlich, wenn weniger zu verteilen ist, werden die Margen kleiner werden. Die Forderungen und die Lohnabschlußdaten werden niedriger sein. Aber ich wüßte keine Institution, die dieses Spiel ersetzen könnte. Wir beide haben ja nicht gesagt, daß wir den Verteilungskampf ab schaffen v ollen Das haben Sie gesagt Aber wenn das alles nach objektiven Spielregeln laufen <oll und wenn man den Verteilungskampf und die Tanforgamsation ersetzen will, dann muß doch die Gewißheit bestehen, daß die Arbeitnehmer nicht die Betrogenen sind. Und das Modell, das diese Sicherheit bietet, kenne ich noch nicht. tigste Instrument im Verteilungskampf. Aber es wäre eine Illusion, davon auszugehen, daß die Tarifautonomie das alleine schaffen kann. daß für. Sie ein Verzicht auf die herkömmliche Tariffreiheit und den Lohnkampf nur dann in Frage kommen könnte, wenn ein sehr viel komplexeres Instrument als die Konzertierte Aktion geschaffen würde, wenn klare Prioritäten hinsichtlich der Verwendung des Volkseinkommens gesetzt und umfassende Information zur Verfügung gestellt würden. Dazu gehört nach Ihrer Ansicht nicht Zuletzt ein Überblick über die geplanten Investitionen. An Hand dieser Obersichten müßte dann wohl entschieden werden, ob es sich lohnt, zugunsten dieser Investitionen auf Konsum zu verzichten oder ob die Arbeitnehmer mit diesem Verzicht Fehlinvestitionen ermöglichen — :

also ein sinnloses Opfer bringen. Hieran scheint die in jüngster Zeit mit größerem Nachdruck erhobene Forderung der Gewerkschaften nach Investitionskontrolle logisch anzuschließen. Sie wollen also nicht nur Information, sondern auch Kontrolle, also wieder mehr Madit. gesagt werden, daß niemand daran denkt, eine Superinvestitionsbehörde zu schaffen, die jede kleine Investition plant. Wir wollen nur globale Kontrolle. Wir wollen nur, daß alles untereinander geschrieben wird, was an bedeutenden Investitionen geplant wird; ebenso, was an Strukturhilfen und Subventionen und so weiter vorgesehen ist. Der Staat gibt Milliarden aus, um zu steuern, um Impulse zu geben — teilweise koordiniert, teilweise aber auch gegenläufig. Was liegt also näher, als irgendwo eine Institution zu schaffen, die zusammenrechnet, was an Investitionsabsichten existiert und die möglicherweise rote Signale setzt. Sie kann die Unternehmen darauf hinweisen, daß die Summe der Investitionen — es gibt ja Prognosen und Marktforsuchungsergebnisse — nach ihrer Perspektive zu groß ist. Wir wollen nicht eine Investitionsbehörde, bei der man nachfragen muß, ob man tausend Mark investieren darf. Wir möchten, daß eine Gesamtschau stattfindet.

viele Investitionen geplant sind oder zuwenig? es schon jetzt ganz genau. Man weiß, was in den USA und was in Europa investiert wird. Und man weiß auch, daß das mitte!- oderlangfristig zu Überkapazitäten führen wird.

menhang mit dem Verteilungsproblem erwähnt, eine weltweite Investitionsplanung?

Voraussetzung.