Die Hoffnung, daß die Monarchie in Griechenland noch einmal Wurzeln schlagen könne, ist von Anfang an unrealistisch gewesen. Die Abschaffung des Königtums war wohl die einzige Entscheidung des Obristen-Regimes, die der Zustimmung einer hellenischen Mehrheit gewiß sein konnte. Das Ergebnis des Papadopoulos-Referendums ist jetzt in völliger Zwanglosigkeit und Freiheit bestätigt worden. Und es ist besser so.

Die nach Hellas importierte Monarchie, die ein Element der Eintracht hätte sein sollen, ist 140 Jahre lang ein Zankapfel gewesen. Die Könige haben wenig zur Stabilität des Landes beigetragen, aber vieles zur Chaotik seiner Verhältnisse. Über den Parteien standen sie nie. Stets haben sie intrigiert – und meist gegen den Fortschritt. In mancher Hinsicht muß Konstantin da für die Sünden seiner Eltern büßen – Karamanlis war schließlich von Königin Friederike, nicht von Papadopoulos ins Exil getrieben worden. Vieles jedoch hat der junge König selber zu verantworten. Als Anfänger auf dem Thron war er drei Jahre lang eitel und maßlos; im April 1967, als er die Obristen mit der Palastwache hätte festsetzen können, gebrach es ihm an Mut; im Herbst 1967, als er ohne Fortüne den Gegenputsch versuchte, fehlte es ihm an Besonnenheit. Die Hellenen schulden ihm nichts.

In Athen kommt es jetzt darauf an, dem Lande neue, tragfähige Institutionen zu zimmern. Wie immer die Konstruktion ausfällt – Karamanlis wird der starke Mann sein. Er wird all seine demokratisch legitimierte Stärke brauchen, um mit den herandrängenden Problemen fertigzuwerden: mit der Inflation und dem Zypern-Zündsatz zumal. Und mit der neuerlichen Einübung der Demokratie – diesmal ohne monarchistischen Ballast. Th. S.