Aber Howell bezieht in seinen Service nicht nur den Sicherheitsportier ein. Vor Arbeitsbeginn werden sämtliche Türen und Fenster genau geprüft. Mit einem Spezialgerät wird nach versteckten Metallgegenständen gefahndet. Während des Tages macht ein zweiter Mann Stichproben, sieht sich die Parkplätze rund um das Objekt nach ungewöhnlichen Fahrzeugen mit seltsamen Kennzeichen an. Es versteht sich auch, daß alle Fenster und Türen kontrolliert werden, wenn der letzte Betriebsangehörige die Räume verlassen hat. Ganz drastisch: Auf jeder Toilette wird noch einmal gezogen.

Solcher Objektschutz kostet mehr als 200 Mark pro Tag. Das aber ist nur eine Summe, die den Richtwert geben kann. Der Auftraggeber hat zusätzlich alle Nebenkosten und Spesen zu tragen. Dazu Howell: "Uns ist völlig klar, daß sich das nicht jeder Bedrohte leisten kann." Wer aber zahlen kann, darf auch sicher sein, daß er keinen Rentner bekommt, der einen Nebenverdienst sucht. Howell: "Meine Leute sind jung, tüchtig, ausgebildet in jeder Form der Selbstverteidigung und hellwach. Einige von ihnen haben einen Waffenschein und können mit Schußwaffen umgehen."

Was aber geschieht, wenn eine Detektei wie Howell – im Bundesgebiet gibt es derzeit etwa 30 bis 40 solcher mit Sicherheitsfragen befaßter Privatunternehmen – den Schutz einer Person übernimmt? "Ich bin dann immer in seiner Nähe und bin bemüht, ihn das nicht merken zu lassen." Ob so ein Leibwächter nicht sehr lästig sein kann? "Wer wirklich Angst hat, nimmt das in Kauf."

Wichtig aber für den Bedrohten scheint nicht allein die Anwesenheit einer Schutzperson zu sein, sei es ein Mann im Vorzimmer, der alle anfallenden Arbeiten erledigen kann und dennoch den sechsten Sinn für Gefahr besitzt, sei es auch ein Chauffeur, oder Gärtner, dessen Augen auf mehr gerichtet sind als auf Verkehrszeichen oder Heckenrosen.

Ausschlaggebend können unter Umständen Banalitäten sein. Diese winzigen Verhaltensmaßregeln für VIPs will Howell demnächst in Zusammenarbeit mit Handelskammern und ähnlichen Institutionen in Kurzseminaren potentiell Bedrohten nahelegen:

  • Morgens nicht immer zur gleichen Zeit ins Geschäft fahren.
  • Nicht immer mit demselben Wagen mit demselben Fahrer denselben Weg wählen.
  • Nicht immer vor dem Portal, auch einmal in einer Seitenstraße aussteigen.
  • Mittags Essenzeiten und Restaurants wechsein.

Mit anderen Worten: Einem mutmaßlichen Attentäter oder Kidnapper soll nicht die Möglichkeit gegeben werden, einen exakten Zeitplan auszuarbeiten. Hier gilt die alte Weisheit des Gejagten, daß ein bewegliches Ziel schwerer zu treffen ist als ein (in diesem Fall in Gewohnheiten). fest verankertes.