Nur Brokerhäuser, die sich auf solche und ähnliche Spezialgeschäfte konzentrieren, machen zur Zeit noch gute Geschäfte. Broker E. F. Hutton, drittgrößter Wall-Street-Makler, konnte als einziges Börsenhaus der Welt in den neun Monaten bis Oktober einen Rekordgewinn von fast 250 Prozent erzielen; und während zahlreiche Konkurrenten die Koffer packten und ihre Büros schlossen, konnte Hutton ein internationales Filialnetz aufbauen.

Mit einem "phänomenalen Erfolg" (Royal Mint of New York) rechnen auch Goldhändler und -makler in Wall Street. In Zeitungsanzeigen, Broschüren und Seminaren offerieren sie Lebenshilfe für die in Sachen Gold durch die vierzigjährige Prohibition unerfahrenen Amerikaner, denen Anfang nächsten Jahres grünes Licht für den privaten Golderwerb erteilt wird. Jedermann will dabeisein, wenn der erwartete Goldrausch beginnt. Mehrere Warenterminbörsen richteten zu diesem Zweck Goldterminkontrakte für Spekulanten ein. Banken, Metallhändler und Investmenthäuser werben für neue Goldfonds. Und in den Bücherläden stapelt sich druckfrische Lektüre mit guten Ratschlägen für Goldspekulanten.

Doch für alte Börsianer gehört auch der sich ankündigende Goldrausch nur zu den Vorboten einer neuen Weltwirtschaftskrise. Der "run" ins Gold, hohe Inflationsraten, steigende Arbeitslosenziffern, Streiks, eine nie gekannte Pleitenwelle, stagnierendes Wachstum und eine allgemeine Unsicherheit signalisieren den "Beginn der vermutlich schärfsten Rezession der Nachkriegszeit", schrieb Leif H. Olsen, Konjunkturexperte der First National City Bank im Wall Street Journal. Nicht Marx und Mao gefährdeten die westliche Wohlstandsgesellschaft, sondern Politiker, die wirtschaftliche Probleme mit dem Dreschflegel überholter Schutzzölle und nationaler Egoismen austreiben wollten.