Der eine kehrte im Triumph zurück, der andere erhielt die endgültige Absage vom Volk. Während Staatspräsident Makarios am vorigen Freitag bei der Ankunft in der zyprischen Hauptstadt Nikosia begeistert empfangen wurde, entschied sich die Bevölkerung Griechenlands zwei Tage später in einem Referendum gegen die Monarchie und damit gegen den im Londoner Exil lebenden Exkönig Konstantin.

Nach dem vorläufigen Endergebnis stimmten 3,24 Millionen Wähler (= 69,2 Prozent) für die republikanische Staatsform, 1,44 Millionen (= 30,8 Prozent) dagegen. Die Wahlbeteiligung betrug knapp 75 Prozent.

Die Griechen bestätigten damit in freier Entscheidung annähernd das Ergebnis, das im Juli 1973 unter Druck der Militärjunta zustande gekommen war. Damals hatte das Regime Papadopoulos die Abschaffung der Monarchie und die Umwandlung Griechenlands in eine Republik nachträglich durch eine Volksabstimmung legalisieren lassen. Mit 78,4 Prozent der gültigen Stimmen hatte Griechenland gegen das Königtum votiert.

Als das Resultat des zweiten Referendums vorlag, herrschte in Griechenland Jubel. Ministerpräsident Karamanlis legte dem entthronten König nahe, in naher Zukunft nicht als Privatmann nach Griechenland zurückzukehren. Konstantin selber, der seit sieben Jahren außer Landes ist, ließ in London erklären, "daß die nationale Einheit an erster Stelle kommen muß". Er wünsche, "daß das Ergebnis des Referendums für unser Vaterland gut sein möge".

Während der 34jährige resignierend verzichtete, übte sich Präsident Makarios auf Zypern in landesväterlicher Großherzigkeit. Allen, die "in den kriminellen Coup" vom 15. Juli verwickelt waren und zu seiner Vertreibung beigetragen haben, gewährte er Amnestie "in der Hoffnung, die Eintracht unseres Volkes herbeizuführen". Zugleich versicherte er den 100 000 Zyperngriechen, die ihm Ovationen spendeten: "Wir werden die durch militärische Operationen geschaffenen Tatsachen niemals anerkennen." Ohne nähere Präzisierungen zeigte Makarios sich aber gesprächs- und koexistenzbereit.

Die Tür zu Verhandlungen läßt auch die Gegenseite offen. Der türkische Volksgruppenführer Denktasch hält eine föderative Lösung für möglich, "wenn Erzbischof Makarios die gegenwärtige geographische Teilung als Grundlage für Verhandlungen anerkennt".