Simca bietet seinen 1100 mittlerweile in nicht weniger als elf verschiedenen Varianten an – vom Einfachmodell LS mit 54 oder 60 PS zu 7795 Mark bis zum sportlichen TI mit 82 PS zu 9795 Mark, vom "Citylaster" mit 54 PS zu 7295 bis zum Kombi mit 60 PS zu 8895 Mark. Normalverbraucher beginnen fast die Übersicht zu verlieren: Es gibt den 1100 S mit allerlei sportlichen Zutaten und 75 PS, es gibt aber auch den 1100 ES, der genauso aussieht, aber nur 60 PS hat. Und es gibt den neuen 1100 LX: Er kombiniert Eigenheiten aus dem sportlichsten TI (so die Sitze mit angebauten Kopfstützen und das Lederlenkrad) mit dem schwächsten Motor aus der ganzen Reihe (54 PS) und einer besonderen äußerlichen Aufmachung. Sie besteht unter anderem aus serienmäßiger Zweifarbenlackierung mit "Taillenband". Mit dem auffälligen Dekor (das sich innen in den Sitzbezügen fortsetzt) sollen Individualisten unter den Autofahrern angesprochen werden.

Simca geht damit einen ähnlichen Weg, wie ihn Citroën mit dem neuen GSX vorzeichnete: Es wird gleichzeitig abgemagert und aufgewertet. In der Tat mehren sich Interessenten, die bewußt schmale Leistung, aber eine wohnliche Inneneinrichtung wünschen und damit auf ihre Art verstopften Straßen und gebremsten Geschwindigkeiten Rechnung tragen. Mit dem 1100 LX sind sie gut beraten; für ihn spricht auch der Preis von 8395 Mark, der am unteren Ende der Skala für die 11 1100er-Modelle rangiert.

Der Simca 1100 ist mittlerweile sieben Jahre alt – mit seiner Quermotor-Konzeption war er seiner Zeit fast voraus, sie setzt sich erst heute auf breiter Basis durch. Ähnliches gilt für die Schrägheck-Karosserie mit Hecktür und umlegbarer Rücksitzlehne – der Simca läßt sich bei Bedarf auch als Kleinkombi benutzen. Der Laderaum bis zur Unterkante des Heckfensters mißt rund 750 Liter, bis zum Dach mehr als einen Kubikmeter. Beim Modell 1975 wurde die hintere Sitzbank ein Stück nach hinten gerückt, was der Beinfreiheit zugute kommt und dem Verstellbereich der vorderen Sitze – insgesamt macht der 1100 auch heute gegen wesentlich jüngere Konkurrenz eine gute Figur.

Dies gilt auch für die sparsamen Motoren – das Normalbenzin-Triebwerk mit 54 PS allerdings erfordert noch immer geschickten Umgang mit dem Choke-Knopf, soll es sich auf den ersten Kilometern nach dem Kaltstart nicht verschlucken, auch vermißt man etwas den Pep des 60-PS-Motors oberhalb von 120 km/st. Die Spitze von 135 km/st wird erst nach langem Anlauf erreicht. Dafür begnügt sich der Wagen mit acht bis neun Litern Normalbenzin für 100 km.

WO