Ulrike Meinhof hat Altbundespräsident Heinemann in einem Brief nahegelegt, sie, Andreas Baader und Werner Hoppe in der Untersuchungshaft zu besuchen. Damit reagierte die Anarchistin auf ein Schreiben Heinemanns, in dem er – ohne von einem Besuch zu sprechen – sie aufgefordert hatte, den Hungerstreik abzubrechen; die Beschwerden gegen die Haftbedingunget seien – "jedenfalls heute – zum großen Teil gegenstandslos".

Frau Meinhof antwortete in ihrem Brief: "Wenn Ihnen tatsächlich daran liegt, von noch einigen von uns akute Lebensgefahr und wahrscheinlich Tod abzuwenden, sollten Sie für Andreas Baader und mich in Stuttgart/Stammheim und für Werner Hoppe in Hamburg einen Besuchsantrag auf jeweils 15 Minuten stellen; ein längeres konzentriertes Gespräch ist bei keinem von uns kräftemäßig mehr möglich."

Heinemann, so heißt es weiter, könne dann ihre Situation verstehen lernen und öffentlich vermitteln, "daß unsere Forderungen ... einfach zu erfüllen sind". Ulrike Meinhof nennt als Vorbedingung für die Beendigung des Hungerstreiks, daß alle politischen Gefangenen ohne Isolation in einer einzigen Anstalt leben dürfen.