Eine der vielfältigen Ursachen für die VW-Krise liegt in den Besitzverhältnissen. Da die Bundesrepublik und das Land Niedersachsen mit je 20 Prozent in Wolfsburg beteiligt sind, kam es gelegentlich zu Kollisionen zwischen Betriebsinteresse und Politik, zu entscheidungshemmenden Fraktionsbildungen im Aufsichtsrat, neuerdings auch im Vorstand: Ist die Landesregierung in Hannover bereit, ihre Haltung zu ändem?

Erich Küpker (FDP), Wirtschaftsminister des Landes Niedersachsen

  • Sie gehören, nach Ihrer Ernennung zum Wirtschaftsminister, von Amts wegen dem Aufsichtsrat des VW-Werkes an. Fühlen Sie sich als Politiker kompetent für diese Aufgabe?

Küpker: Sachlich bringe ich wohl aus meiner bisherigen beruflichen Tätigkeit die Voraussetzungen zur Wahrnehmung des Aufsichtsratsmandats mit. Und: Das VW-Werk ist mit weitem Abstand das größte Unternehmen Niedersachsens. Unser Land ist mit 20 Prozent daran beteiligt. Da ist es wohl verständlich, daß ich als Wirtschaftsminister meine "Hand im Spiel" haben muß.

  • Verstehen Sie also, da das regionalpolitische Interesse an Wolfsburg so groß ist, Ihr Amt dort wie ein imperatives Mandat Ihres Kabinetts?

Küpker: Ein bißchen, ja.

  • Wenn nun regionalwirtschaftliche Interessen mit Unternehmensinteressen kollidieren, welcher Seite geben Sie dann den Vorrang?