"Ich habe viele französisch-amerikanische Treffen erlebt; dies war das ertragreichste." Mit diesen Worten kommentierte der amerikanische Außenminister Kissinger die Begegnung zwischen dem französischen Staatspräsidenten Giscard d’Estaing und dem amerikanischen Präsidenten Ford auf Martinique.

In den Gesprächen, die Giscard "offen und herzlich" nannte, stand das Energieproblem im Mittelpunkt. Die Präsidenten vereinbarten, daß die Öl-Importländer unverzüglich mit Konsultationen untereinander beginnen sollten, um ihre Marschroute für die Erzeuger-Verbraucher-Konferenz aufeinander abzustimmen.

Das Kommuniqué unterstreicht die Absicht beider Staatschefs, daß die Produzenten und Konsumenten "sobald wie möglich" zusammenkommen sollten; doch wollen beide Staatengruppen vorher noch konferieren.

Schrittweise vorzugehen entspricht auch den Vorschlägen Bundeskanzlers Schmidt, In Washington hatte er angeregt, daß die Verbraucherländer zunächst auf Expertenebene ihre Standpunkte harmonisieren. Damit wollte Schmidt vor allem die unterschiedlichen Positionen und Erwartungen Frankreichs und der Vereinigten Staaten einander annähern und den Gesprächen mit den Ölstaaten bessere Erfolgsaussichten schaffen. So hat denn das Kommuniqué von Martinique auch die Sicherung eingebaut, daß die Konferenz der beiden Ländergruppen von "substantiellem Fortschritt" der vorherigen Konsultationen abhängig gemacht werden soll.

Am Wochenende beschlossen die ölexportierenden Staaten (OPEC) in Wien, den Rohölpreis mit einem Index für westliche Industrie- und Agrargüter zu koppeln und zu steigern.