Die Bankiers haben wahrlich alles Erdenkliche getan – und sie haben sich auch durch grobe Zurückweisungen Gerlings nicht abschrecken lassen (er hat der dritten Variante erst zugestimmt, als Vergleichsrichter Uhlenbrock schon auf dem Wege zur Verkündung des Anschlußkonkurses war) –, damit die Vertrauenskrise nicht auf die Versicherung übergreift.

Aus der Industrie haben sich viele Unternehmen mit Anteilen von 100 000 bis drei Millionen Mark an dem Konsortium beteiligt. Zum Konsortium gehören vorläufig: Babcock, BASF, Bayer, Bosch, Daimler, Dynamit Nobel, Feldmühle, Hoechst, Klöckner & Co, Krupp, Mannesmann, Oetker, Preussag, Quandt, Reemtsma, RWE, Siemens, Triumph, Wolff AG und die Veba. Ihr gemeinsames Interesse: Sie wollen den preiswerten Versicherer Gerling intakt halten.

Wenn der außergerichtliche Vergleich akzeptiert wurde, ist das schier Unvorstellbare eingetreten. Unter Ermahnungen, Drängen und Druck aus Bonn, seiner Freunde und von Unternehmern, die sich wegen einer dauerhaften Trübung des Unternehmerbildes Sorge machten, hat Gerling schließlich kapituliert. Denn als Kapitulation empfand er den Verkauf von 51 Prozent seiner Anteile, der ihn die Macht in allen Vorständen der Versicherungsgesellschaften seiner verschachtelten Gruppe kostet.

Bis zur Stunde ist es noch ein Geheimnis, warum er nicht Zugriff, als das Bankenkonsortium für die Hälfte der Anteile 200 Millionen zahlen und ihm obendrein das Recht einräumen wollte, die Anteile in besseren Zeiten wieder zurückzukaufen. Bis zur Auflösung dieses Rätsels sieht die Außenwelt in Hans Gerling nur ein Opfer seines Starrsinns. Rudolf Herlt