Citroën hat sein GS-Programm für 1975 neu gegliedert. Interessantestes Modell dabei ist zweifellos der neue GSX: Er stellt sozusagen das knackige, anregend gewürzte und gleichzeitig besonders preiswerte. Spezialgericht im GS-Programm dar – so der offizielle Einführungstext.

In der Tat vollbringt der GSX das Kunststück, gleichzeitig Sparmodell und Sonderausstattungsangebot zu sein. Diese Sonderausrüstung tendiert ins Sportliche: Der GSX hat Halogen-Fernlicht, einen schwarzen Kühlergrill, schalenförmige Sitze mit Kopfstützen, Sportfelgen, Drehzahlmesser und Tacho mit Tageskilometerzähler. Die beiden letzteren entstammen dem (übrigens doch noch nicht in die Bundesrepublik importierten) Wankel-GS – es sind runde Skalen, die sich unvergleichlich besser ablesen lassen als das Zyklopenauge im GS. Dazu verfügt der GSX serienmäßig über Gürtelreifen, Scheibenbremsen vorn und hinten und einen Bremskraftverstärker, weiter natürlich über vier Türen. Das alles sind Dinge, von denen der Besteller bei einem einheimischen Konkurrenzprodukt bei 8250 Mark allenfalls träumen kann. Den Komfort der hydropneumatischen Federung (bei der sich sogar die Bodenfreiheit verstellen läßt) bekommt er sonst fast nie.

Damit der sportlich-sparsame Käufer auch nach außen zeigen kann, wes Geistes Kind er ist, liefert Citroën den GSX in einem speziellen gelben Farbton ("Jaune Helianthe") und mit schwarzer Einfassung der Seitenfenster. Wer die Sparversion nicht so gern vorzeigt, bekommt sie auch in den anderen GS-Farbtönen.

Allerdings: Triebwerk des GSX ist ausschließlich der alte 10l5-ccm-Motor. Seine 54 PS kommen erst bei rumorenden 6250 U/min zum Zuge, vor allem aber vermißt man Durchzugskraft bei niedrigen und mittleren Drehzahlen. Die Maschine erfordert Reiter komplizierte Manöver mit Choke und Gaspedal beim Kaltstart und während der ersten paar hundert Meter. Der 1220ccm-Motor der übrigen GS-Modelle wirkt weit kultivierter, obwohl nur vier Pferde mehr unter, der Haube stecken. Durch notwendige hohe Tourenzahlen und häufiges Schalten spart man mit dem kleinen Motor auch nicht nennenswert Treibstoff ein – schon eher durch die strömungsgünstige Karosserie. 148 km/st Spitze sind für 54 PS ein ausgezeichneter Wert.

Der 1220-ccm-Motor ist den beiden teureren GS-Modellen vorbehalten, dem "Club" und dem "Pallas" (9150 und 9890 Mark). Beide erhielten für 1975 ein serienmäßiges Stahlschiebedach, der Pallas besitzt (ähnlich wie die großen Modelle) eine aufwendigere Ausstattung. Technisch ergeben sich keine gravierenden Unterschiede zu den bisherigen GS-Modellen. St. W.