Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag, Gerhard Schröder (CDU), traf am Dienstag in Damaskus mit dem Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation, Yassir Arafat, in dessen Hauptquartier zusammen. PLO-Sprecher Abu Maisar bezeichnete das Treffen als einen "wichtigen Schritt in Richtung auf die volle Anerkennung der PLO durch Bonn". Schröder hatte auf seiner Nahostreise zuvor den syrischen Außenminister Abdul Halim Chaddam aufgesucht.

Das Treffen mit Arafat stößt in der Union auf wenig Gegenliebe. Der Fraktionsvorsitzende Carstens stellte fest, daß die Begegnung "auf einer persönlichen Entscheidung Dr. Schröders beruht, von der die CDU/CSU-Bundestagsfraktion vorher nicht unterrichtet war".

"Mit Empörung und Entrüstung" reagierte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Berlin, Galinski auf die Begegnung mit Arafat. Schröder habe die Bundesrepublik desavouiert und sei als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses nicht mehr tragbar.

Indessen lösen Terror und Gegenterror im Nahen Osten einander in immer schnellerem Wechsel ab. Die jüngste Serie hatte am Dienstag voriger Woche mit Raketenanschlägen auf drei palästinensische Büros in Beirut begonnen. Einen Tag später warfen Terroristen Handgranaten in ein Kino in Tel Aviv. Einer der Täter und zwei Zuschauer wurden getötet, 50 verletzt.

Am Donnerstag griffen dann israelische Kampfflugzeuge zwei Flüchtlingslager in Beirut an. Auch hier gab es Tote und Verletzte. Während die Guerillas danach mit Raketenüberfällen auf militärische Einrichtungen in Nordisrael antworteten, reagierte Israel mit Artilleriebeschuß und Einmarsch eines Kommandos in den Südlibanon.