Junge Leute diskutieren, ob die Anrede mit Titeln noch zeitgemäß ist

Ich arbeite in einer Buchhandlung und komme öfter mit Akademikern zusammen. Bei meinen Gesprächen mit ihnen schnitt ich Ihre Frage an. Etwa 80 Prozent der befragten Herren Professoren, Doktoren, Mediziner und Oberstudienräte waren doch sehr erstaunt über die Frage und gaben mir zu verstehen, daß sie gern mit ihrem Titel angeredet werden möchten. Den restlichen 20 Prozent war es völlig egal, wie sie angeredet werden. Ralf Gildehaus, 18 Jahre

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Ich gehe zum Zahnarzt und möchte einen Zahn ziehen lassen. Ich möchte, daß er die Spritze sehr vorsichtig einführt. Angenommen, er besteht auf der Anrede mit seinem Titel, und ich rede ihn mit "Herr Meier" an, so muß ich damit rechnen, daß er mir die Spritze nicht vorsichtig gibt und nicht freundlich mit mir umgeht.

Daraus kann man folgern, daß man bei Anreden mehrere Punkte beachten muß, erstens, ob der Angeredete sich bei Weglassung des Titels verletzt fühlt, zweitens, ob man irgend etwas von ihm will und drittens, ob man irgendwie abhängig von ihm ist.

Hibbo Ocke Niemann, 16 Jahre

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