Als ich ihn das letztenmal sah, fing seine rechte Stirnader an deutlich sichtbar zu werden, aus neun Meter Entfernung. Kein gutes Zeichen. Zwanzig Minuten lang hatte der neue Direktor den in ihrer "Union" lose organisierten Studenten der London School of Economics and Political Science (LSE) erklärt, wie er mit den Kürzungen fertig zu werden hofft, die auch in Großbritannien den Hochschulen die Luft abzuschnüren drohen. Dann hatte er sich, mutig bis tollkühn, bereit erklärt, Fragen zu beantworten, wohl im Vertrauen darauf, daß es den Fragenden an etwas Takt und einiger Intelligenz nicht mangeln werde.

Am Anfang ging alles gut.

Ist es wahr, daß die LSE mehr und mehr zu einer reinen Graduierten-Universität werden soll? – "Nein. Es ist vorgesehen, den Graduiertenanteil von bisher 43 Prozent auf 47 Prozent anzuheben."

Werden in Zukunft weniger englische Schüler aufgenommen werden, weil die ausländischen Studenten höhere Gebühren zahlen, also mehr zu einem finanziellen Ausgleich beitragen? – "Nein. Aber ich warne davor, die Gebühren für Nicht-Engländer so zu erhöhen, daß die LSE ihren Rang als eine internationale Universität verliert."

Ist es richtig, daß Sie den Anteil an EG-Studenten erhöhen wollen? – "Ich würde lieber von europäischen Studenten sprechen; und ich fände es in der Tat nicht schlecht, wenn wir davon ein paar mehr hätten. Im übrigen richten sich die Zulassungen nach den Bewerbungen, auf die wir keinen Einfluß haben."

Zur Erklärung wäre anzumerken, daß die LSE zur Zeit 3608 Studenten hat, von denen 1274 Ausländer sind. 434 kommen aus Nordamerika, 366 aus Asien, 123 aus Afrika, 223 aus Europa (Griechenland 61, Deutschland 24). Die Studiengebühren betragen im Durchschnitt für einen Engländer 70 Pfund (rund 420 Mark), für einen Ausländer 250 Pfund im Jahr.

Von 3608 Studenten waren bei dem Union-Meeting 304 anwesend. Am Ende übernahm die radikale Linke das Kommando, also das Mikrophon.