„Der Mann mit dem goldenen Colt“ von Guy Hamilton

Im Jahre 11 nach Dr. No ist James Bond nur noch eine blasse Imitation seiner selbst. Ebenso aufwendig wie einfallsarm führt Hamilton touristische Attraktionen aus dem Fernen Osten vor. Der hölzerne Charme des hoffnungslos fehlbesetzten Roger Moore läßt wehmütig an die glitzernde Gefährlichkeit des pensionierten Sean Connery denken. Selbst die Tricktechniker, die für „Leben und sterben lassen“ noch einen grandiosen Action-Zirkus zelebrierten, haben sich diesmal wenig Mühe gegeben. Allein Christopher Lee als Superschurke Scaramanga hatte offensichtlich Spaß an der Sache. Langweilig.

Hans C. Blumenberg

Bis zum letzten Atemzug“ von Barry Shear

Dieser Film ist die Ruine von Samuel Fullers Western „Riata“. Nach dem Rausschmiß des grantigen Altmeisters sprang der mittelmäßige Fernsehregisseur Shear ein, dessen Inszenierungskünste sich auf dem Niveau durchschnittlicher „Bonanza“-Folgen bewegen. Fullers Konzeption eines gewalttätigen Plädoyers gegen Selbstjustiz blieb zwar fragmentarisch erhalten, aber die matte Ausführung bringt die Geschichte weitgehend um ihre Wirkung. Richard Harris als fanatischer amerikanischer Sheriff, der in Mexiko den Mörder seiner Familie verfolgt, und Al Lettieri als sein pazifistischer mexikanischer Widersacher bringen immerhin noch Spuren von Füllers heilsamem Wahnsinn in den Film ein. Interessant mißlungen. Hans C. Blumenberg

„Is’ was Sheriff?“ von Mel Brooks

Der erste Film von Mel Brooks hieß „The Producers“ und war eine der originellsten amerikanischen Komödien der sechziger Jahre: die Geschichte eines Nazi-Musicals mit dem schönen Titel „Springtime for Hitler“. Auch die Western-Travestie „Blazing Saddles“ mit vielen aktuellen politischen Anspielungen, einem jiddisch sprechenden Indianerhäuptling und einer köstlichen Marlene-Dietrich-Parodie dürfte im Original ein absurder Spaß in der Tradition der alten Hollywood-Anarchisten sein. In der total verhunzten deutschen Fassung kann man den Witz freilich kaum noch ahnen. Mit einem Feuerwerk von hirnrissigen Kalauern treiben die Synchronisatoren auch unbedarfte Zuschauer aus dem Kino. Ärgerlich.