Der amerikanische Kongreß hat am Freitag mit überwältigender Mehrheit das neue Handelsgesetz verabschiedet, das Präsident Ford ermächtigt, zum erstenmal seit 1967 eine neue Runde internationaler Verhandlungen über Handels- und Zollerleichterungen zu beginnen. Die im vergangenen Jahr in Tokio aufgenommenen Gespräche, an denen Delegierte von etwa hundert Ländern teilnahmen, waren wegen des Fernbleibens der Vereinigten Staaten zum Scheitern verurteilt.

Das neue Gesetz eröffnet auch der Sowjetunion die Möglichkeit, ihre Wirtschaftsbeziehungen mit Amerika durch Inanspruchnahme der Meistbegünstigungsklausel und größerer Kredite auszubauen. Ford kann den Sowjets für die nächsten 18 Monate Haadelszugeständnisse gewähren. Der Koigreß erwartet jedoch als Gegenleistung eine Erleichterung der Emigration, vor allem der Juden.

Die Sowjetunion hat in einer scharfen Erklärung der amtlichen Nachrichtenagentur TASS bestritten, daß irgendwelche Zusicherungen auf diesem Gebiet gegeben worden seien. Sowjetkritiker wie Senator Jackson, der im Kongreß das Junktim "Handel gegen Emigration" durchsetzte, glauben allerdings, die Erklärung diene mehr dem sowjetischen "Hausgebrauch".