Der hessische Ministerpräsident Albert Osswald (SPD) wurde am Mittwoch vergangener Woche vom neuen Wiesbadener Landtag in seinem Amt bestätigt. Auf ihn entfielen 57 Stimmen der SPD und FDP. Für den Gegenkandidaten Alfred Dregger (CDU) wurden 53 der 110 Stimmen des Hauses abgegeben.

Bei den Landtagswahlen Ende Oktober war die CDU mit 47,3 Prozent der Wählerstimmen erstmals stärkste Partei in Hessen geworden. Dregger sagte denn auch im Hinblick hierauf, "diese Koalition der Verlierer" stünde ohne moralische Autorität und ohne politische Legitimität da; sie sei ungeeignet, die schwierigen Probleme des Landes zu lösen.

Osswald hat sein Kabinett teils umgebildet. Am meisten umstritten war der Posten des Kultusministers. Die FDP hatte den bisherigen Ressortschef Ludwig von Friedeburg abgelehnt. Für Friedeburg, der daraufhin verzichtete, übernahm der bisherige Landwirtschafts- und Umweltschutz-Minister Hans Krollmann das Amt: An Krollmanns Stelle trat der Fraktionsvorsitzende Willi Görlach. Die FDP-Minister Karry (Wirtschaft und Verkehr) und Bielefeld (Inneres) sowie die Sozialdemokraten Reitz (Finanzen) und Schmidt (Soziales) behielten ihre Ämter.