Bei der Auswahl der Signalanlagen scheuten die Planer keine Mühe. So fanden sie die einzig brauchbaren Unterflurleuchten nur in den USA. Hiesige Flugplatz-Landebahnleuchten hätten sich angeboten, schienen jedoch "in den Himmel" – nichts für den erdnahen Käferpiloten.

Die kaum verabschiedete neue Straßenverkehrsordnung war den Tunnellenkern schon wieder nicht gut genug: Der Verkehrsbehörde trotzten sie eine Sondergenehmigung ab, die neuen Ampelzeichen (rotes Diagonalkreuz: Fahrbahn wechseln; grüner Pfeil: Fahrbahn frei) mit einer eigenen Schöpfung zu ergänzen: Ein gelber Blinkpfeil weist vor dem Elbtunnel in die Richtung, in der die freien Fahrbahnen liegen, also nach links oder rechts.

Die schwenkbaren Schranken sind aus Aluminium und so konstruiert, daß sie bei einem Aufprall zurückfedern. Sollten trotzdem Fetzen fliegen, so sorgt ein Sicherheitsdrahtseil im Schrankenarm dafür, daß sie eben nicht fliegen, sondern am geknickten Arm hängenbleiben. Davor haben die Konstrukteure aber noch eine Knautschzone gesetzt: Die Leitschraffen an den Schranken stehen mit Absicht einen halben Meter vor, um die erste Aufprallenergie zu vernichten.

Wer die Schranken heil überwindet und erst in der Röhre einen Unfall baut, kann mit schnellster Hilfe rechnen. Alle hundert Meter befindet sich in jeder Röhre ein Notruftableau mit Telephon, Löschhydranten und, für Ausländer, jeweils drei Drucktasten mit Piktogrammen für Feuer, Pannenhilfe und Benzinmangel.

Die Tunnelplaner rechnen damit, daß alle vier Wochen ein "harmloser Unfall" eintritt. Mit schweren Unfällen rechnen sie kaum, wegen der übersichtlichen Verkehrsführung und der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Stundenkilometer. Mit Liegenbleibern rechnet man hingegen täglich, und deshalb sind die Decken der drei Röhren mit Lautsprechern gespickt, aus denen sofort Verhaltensweise und Beruhigungen ertönen sollen, wenn es zu Stockungen kommt.

Zwei Betriebsfeuerwehren und ein Einsatzfahrzeug mit Reservebenzin sowie Werkzeug- und Verbandskästen stehen bereit, und damit die Peterwagen der Polizei auch im Tunnel per Funk erreichbar bleiben, läuft unter jeder Tunnelröhrendecke eine UKW-Antenne in Form eines kilometerlangen Drahtes entlang, mit vier Festfrequenzen, von denen eine dem Autofahrer vorbehalten blieb, für den NDR auf UKW II. So kann er auch unter der Elbe Radio hören.

Schließlich gibt’s vorn und hinten noch Lichtschranken für jene Fernfahrer, die nicht wissen, wie hoch ihr dicker Brummer ist: Bei Überhöhe werden automatisch Hinweisschilder, Stoppzeichen und ein Polizeieinsatz ausgelöst. Und damit nicht eine vorbeifliegende Möwe für Höhenalarm sorgt, steht hinter jeder Lichtschranke gleich noch eine zweite, zur Kontrolle der ersten.