Seltsam verkehrte Fronten kennzeichnen die britische Europadebatte. Die Antieuropäer in der Labour Party verlieren zunehmend ihre bisherige Rückendeckung im Commonwealth. Traditionelle überseeische Handelspartner Großbritanniens sind heute EG-freundlicher als viele Engländer.

Nachdem Premierminister Wilson seine Position vorsichtig zugunsten eines Verbleibens in der Europäischen Gemeinschaft zu revidieren begonnen hat, findet er jetzt beim australischen Ministerpräsidenten Whitlam willkommene Schützenhilfe. Beim Besuch in Brüssel – symbolischerweise vor dem Erscheinen in London – verwarf Whitlam in der vergangenen Woche die Forderung der Labour Party, neu zu verhandeln, als kleinmütiges Schwanken.

Australien sehe keinen Vorteil für Großbritannien, Europa und die übrige Welt, wenn die britische Regierung sich aus der EG zurückziehen würde. "Die politische und wirtschaftliche Integration Europas ist eine der großen historischen Vorwärtsbewegungen unseres Jahrhunderts", fügte der australische Ministerpräsident hinzu. Die Zeiten seien vorbei, daß australische Regierungen und Produzenten besondere wirtschaftliche Beziehungen zu Großbritannien als nützlich angesehen hätten.