Mittelmäßig:

„Sugarland Express“ von Steven Spielberg. Noch eine amerikanische Odyssee, noch ein Film über verlorene Unschuld, Autos und Gewalt. Auf der Suche nach ihrem Baby bekommen es Goldie Hawn und ihr aus dem Gefängnis geflüchteter Mann mit der gesamten Polizei des Staates Texas zu tun, werden von den Medien flugs zu Volkshelden stilisiert und finden schließlich ein blutiges Ende. Der junge Steven Spielberg („Duell“) hat seinen zweiten Film so routiniert und effektvoll inszeniert wie ein alter Hollywood-Profi, dazu leider aber wirkt „Sugarland Express“ trotz der brillanten Photographie von Vilmos Zsigmond über weite Strecken wie eine allzu glatte, allzu spekulative Kopie eines bewährten Musters. Für Amerika- und Auto-Fanatiker vermutlich dennoch sehenswert.

Ärgerlich:

„Zwei Missionare“ von Franco Rossi. So lust- und einfallslos haben sie sich noch nie durch eine konfuse Handlung geprügelt, die beiden transalpinen Kinnhaken- und Kalauer-Könige Terence Hill und Bud Spencer. Unter der quälend lahmen Regie von Rossi, der sich auch die Fernseh-Serien „Odyssee“ und „Äneis“ hat zuschulden kommen lassen, gibt es nichts zu lachen. In der offensichtlich noch stark gekürzten deutschen Fassung wird fast nur noch dumpf dreingeschlagen. Auch eine ebenso unverhoffte wie aparte antiklerikale Note rettet nichts mehr.

„Kazablan“ von Menahem Golan. Im Vorspann könnte stehen: „produced bei Yassir Arafat“. Denn so dämlich, vergammelt und kriminell dürfen sich eigentlich nur erklärte Feinde des Staates Israel die Juden vorstellen. Der Held dieses Musicals ist ein zum Edel-Rocker verkommener Kriegsheld mit dem öligen Charme eines mäßig erfolgreichen Zuhälters. Auch die anderen Bewohner des pittoresken Abbruchviertels von Jaffa wirken allesamt wie debile Halbstarke und Penner. Die Musical-Nummern sind so schlecht, daß vermutlich nicht einmal das ZDF sie senden würde. Leider ist dies ein israelischer, mit amerikanischem Geld produzierter Film. Ein Selbsttor erster Klasse.

Empfehlenswerte Filme:

„Daisy Miller“ von Peter Bogdanovich (siehe Seite 24). „The Kid“ von Charlie Chaplin. „Verboten“ von Samuel Fuller. „In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod“ von Alexander Kluge. „Chinatown“ von Roman Polanski.

Hans C.Blumenberg