Alfons Müller-Wipperfürth liegt mit seiner Hausbank im Streit um seine deutschen Läden

Das Rezept des „Hosenkönigs“ Alfons Müller-Wipperfürth war einfach: Wer billiger produziert als andere, der kann auch billiger verkaufen. Und wer billiger verkauft, wird seine Ware auf jeden Fall los.

Eines jedoch hatte Müller nicht einkalkuliert: eine allgemeine Lustlosigkeit seiner Käufer. Als dann diese Zurückhaltung im vergangenen Jahr trotzdem um sich griff und der Absatz in den rund 175 deutschen Müller-Läden schrumpfte, reagierte er falsch: Er produzierte einfach weiter.

Aber mit jeder Hose, mit jedem Anzug und jedem Mantel stichelte Müller seinen Konzern näher an den Konkurs heran. Bereits im Juli 1974 war die Alfons Müller-Wipperfürth AG in Leichlingen, das Kernstück der deutschen Gruppe, nicht mehr in der Lage, das Geld für Materialeinkauf und Löhne selbst aufzubringen. Otto Valeth, früher Berater des Konzernfürsten Müller und inzwischen Vorstandsmitglied der Leichlinger AMW: „Unter normalen Voraussetzungen wäre die Gruppe bereits damals gescheitert.“

Daß es nicht so weit kam, dafür sorgte die Investitions- und Handelsbank (IHB), mit der Müller schon Geschäfte machte, als sie noch zum Einflußbereich des legendären Finanzakrobaten Rudolf Münemann gehörte. Die IHB, seit 1964 mit 49 Prozent am deutschen Müller-Imperium beteiligt und überdies mit Abstand sein größter Kreditgeber, schob weitere 20 Millionen Mark nach.

Allerdings knüpfte die Bank an ihr zusätzliches Engagement Bedingungen:

  • Müller sollte seine Beteiligung von 51 auf 49 Prozent reduzieren.
  • Ein Kollegialvorstand mit Müller an der Spitze sollte Müllers Alleinherrschaft beenden.
  • Die Lieferungen der ausländischen Müller-Werke an das deutsche Verkaufsnetz sollten auf eine klare vertragliche Basis gestellt werden.