Nun hat es wieder einen erwischt: Dem Münchner Reiseveranstalter Axmann wurde in der vergangenen Woche von der Stadt München die Gewerbeerlaubnis entzogen, das mittelgroße Reiseunternehmen ist pleite. Ein Indiz für den gegenwärtigen Zustand der Reisebranche ist dieser Fall freilich nicht.

Die Axmann-Krise schwelte bereits seit mehr als zwei Jahren. Schon im November 1972 stand fest, daß der Münchner Veranstalter stark verschuldet war. Damals warnten die Behörden Firmeninhaber Axmann zum erstenmal, seine Gewerbeerlaubnis sei in Gefahr. Axmann, seit eh und je ein Münchner Regionalveranstalter (Gründungsjahr 1959), wurde das Opfer seiner hochfliegenden Pläne und einer aggressiven Geschäftspolitik. Nach der Paneuropa-Bauchlandung wollte das Münchner Unternehmen seine Geschäfte auf die ganze Bundesrepublik ausdehnen, um ehemalige Paneuropa-Kunden zu gewinnen. Der Expansionsversuch endete mit einem Desaster. Auch die erneute Beschränkung auf den oberbayerischen Markt, verbunden mit spektakulären Verkaufsmethoden (Rabatte bis zu 20 Prozent), brachten keine Rettung. Allein der Bavaria, die Axmann-Kunden in den Süden fliegt, schuldet die Firma zwei Millionen Mark aus 1974er Verbindlichkeiten.

Niemand weiß genau, wieviele Kunden Axmann wirklich hatte. Kenner schätzen die Zahl auf 27 000 im Jahre 1974, der angegebene Umsatz von 40 Millionen ist übertrieben. 600 Urlauber sitzen zur Zeit auf den Kanaren und auf Mallorca. Dank der Solidarität der anderen Münchner Veranstalter werden sie keine Schwierigkeiten haben. Bezahlte Reisen sollen, nach Möglichkeit, noch bis zum 15. April abgewickelt werden. Ob am Schluß geprellte Urlauber übrig bleiben, ist noch ungewiß. -ft