Mittelmäßig:

„Tanz der Totenköpfe“ von John Hough. Ein sterbender Millionär beauftragt drei Experten, in einem berüchtigten Spukhaus Beweise für ein Leben nach dem Tode zu finden. Richard Matheson („Duell“), der Meister bizarrer Pointen, hat selbst das Drehbuch nach seinem Roman „Hell House“ geschrieben. In seinem vierten Film interessiert sich der talentierte junge englische Regisseur John Hough weniger für die delikaten Finessen der Parapsychologie als für eine handfeste Gespensterjagd. Poltergeist statt Psi: über weite Strecken ist das stimmungsvoll inszeniert und angenehm gruselig, ohne je die subtilen Schrecken von „The Haunting“ („Bis das Blut gefriert“) von Robert Wise zu erreichen. Für Freunde des Genres dennoch unbedingt sehenswert. Hans-C. Blumenberg

„Save the Tiger“ von John G. Avildsen. Umweltzerstörung und Kriegserinnerungen, Ehekrise und Generationskonflikt, Konkurs und Kriminalität: es gibt kein akutes amerikanisches Problem, dem Avildsens trauriger Held Harry Stoner (Jack Lemmon) nicht begegnet und schließlich unterliegt. Schwerfällig und wegen der abstrusen Häufung von Katastrophen und Obsessionen manchmal fast unfreiwillig komisch beschreibt Avildsen („Joe“) die Stationen einer Agonie im Smog von Los Angeles. Beängstigend glaubwürdig und intensiv wirkt trotz aller Schwächen des Skripts Jack Lemmon, dem seine schwierigste dramatische Rolle seit Blake Edwards’ „Die Tage des Weins und der Rosen“ 1974 einen Oscar einbrachte. „Save the Tiger“ kursiert in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln in den Spielstellen der AG Kino. Hans-C. Blumenberg

Ärgerlich:

„Wer bist du?“ von O. Hellman und R. Barrett. Das konnte ja nicht ausbleiben: Der erste von vielen „Exorzist“-Nachfolgern imitiert Friedkin bis in kleinste Details, nur sind viele Dialoge noch ordinärer, ist der Kot noch ekliger, der Höllenspuk noch effektvoller (und durch eine besondere Tonanlage auch lauter). Die Geschichte vom Dämon, der hier im Leib und in der Familie einer jungen Frau haust, ist nach dem Muster von „Rosemaries Baby“ mit einer Schwangerschafts-Psychose kombiniert. Es ist lächerlich, wie sich das Presseheft um Seriosität bemüht, und peinlich, daß sich der Berliner Psychologie-Professor Haseloff für ein Gutachten über diesen „hochwertigen Film“ einkaufen ließ. Wolf Donner

Empfehlenswerte Filme:

„Daisy Miller“ von Peter Bogdanovich. „Verboten“ von Samuel Fuller. „In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod“ von Alexander Kluge und Edgar Reitz.