Das Frankfurter Contest-Institut ermittelte in einer repräsentativ-Umfrage, daß jeder zweite Bundesbürger den Gastarbeitern die Schuld an der zunehmenden Arbeitslosigkeit gibt. Und die Wickert-Institute in Tübingen stellen fest, daß besonders Arbeitslose und Kurzarbeiter dafür plädieren, die Gastarbeiter heimzuschicken.

Als die Kölner Fordwerke im Dezember bei freiwilliger Kündigung Abfindungen zwischen 4500 und 7500 Mark anboten, griffen vor allem die Gastarbeiter zu. Die meisten waren auf Grund der oft feindseligen Stimmung überzeugt, bei Entlassungen werden sie ohnehin zuerst vom Arbeitsplatz verdrängt. Unruhe und Sorge ermittelte auch die katholische Caritas unter den Gastarbeitern in den Ballungsräumen Rottenburg, Stuttgart und München, Limburg und Köln.

Seit dem von der Bundesregierung im Herbst 1973 verfügten Anwerbestopp für ausländische Arbeitnehmer ist die Zahl der Gastarbeiter geringfügig gesunken – von 2,54 auf 2,35 Millionen. Doch selbst wenn Bonn die Ausländer drastisch reduzieren wollte, ginge dies nicht: Rund 1,7 Millionen ausländische Arbeitnehmer können vorerst bleiben. Dazu gehören jene 600 000, die EG-Freizügigkeit genießen, die 400 000, die schon länger als fünf Jahre in der Bundesrepublik leben, die 200 000 mit deutschem Ehepartner, aber auch die rund 400 000, deren Arbeit nicht einmal ein deutscher Arbeitsloser mehr verrichten wollte.