Wer meint, daß es heutzutage „eigentlich“ viel leichter fallen müsse, eine Putzfrau oder Haushaltshilfe zu engagieren, hat sich gründlich verrechnet. Das trifft zumindest für den Hamburger Arbeitsmarkt zu. Nachforschungen bei Hausfrauen, die in einer Hamburger Boulevardzeitung annoncierten, ergaben: Von einem Überangebot an Arbeitssuchenden kann keine Rede sein. So erhielt eine Hamburger Vorort-Hausfrau, die eine Haushaltshilfe suchte, nicht mehr Angebote als vor drei Jahren.

Nicht viel anders erging es Hamburger Gebäudereinigungen in den letzten Wochen. Übereinstimmend berichten sie von einer Bewerberflaute. Zwar löse, so ein Firmenchef, jede seiner nahezu täglich erscheinenden Putzfrauenanzeigen an die 60 bis 80 telephonische Anfragen aus; nur jede zehnte aber sei wirklich ernst gemeint: „Die meisten wollen sich nur umhören, was so gezahlt wird.“